#13

on Wednesday, 25 March 2020. Posted in CD

Gotthard

#13

Drei Jahre nach ihrem letzten Longplayer "Silver" erschien am 13. März das 13. Album mit 13 neuen Songs der Schweizer Rockband Gotthard. Experimente bleiben im kleinen Rahmen, aber es gibt sie. Generell ist das Album moderat hard rockig a la Bon Jovi zu „These Days“-Zeiten. Wer richtig bratzige Gitarren(soli) sucht wird sie hier nur sporadisch finden. Sie sind recht kurz gehalten, und ab und an dann auch im Mix etwas im Hintergrund. Ansonsten ist die Produktion sehr gut geworden. Nick Maeder singt sehr gut, ist aber für mich kein Ersatz für Steve Lee. Richtige Ausfälle gibt es nur zwei: „10.000 Faces“, der mit seinen wie durch ein Megaphon gesungenen Vocals nervt, und das gleich darauf folgende Abba Cover von SOS, welches ganz ok, aber auch völlig unnötig ist und überhaupt nicht zu Gotthard passt. Der Einstieg ins Album mit „Bad News“ ist schön rockig, aber hier nervt die oftmalige Widerholung des Refrains etwas. Die erste Single-Auskopplung „Missteria“ gefällt dagegen mit seinem orientalischen Einschlag und Ofra Haza-mäßiger, weiblicher Stimme im Hintergrund. Wenn man es nicht wüsste, wäre man niemals darauf gekommen, dass dieser Song von Francis Rossi (Status Quo) stammt. Sehr cool. Bei „Man on a Mission“ wird es leicht bluesig wie Whitesnake Light, bei „Better than Love“ schaut bei den Gitarren Queen vorbei, und der beste und härteste Song auf dem Album „No time to Cry“ bietet Sreicher, Keyboards, treibende Drums und vor allem ein Hammergitarrensolo. Allein wegen diesem Track lohnt sich schon der Kauf. Die Balladen (drei Stück an der Zahl) wissen ebenfalls zu Gefallen. „Rescue me“ erinnert in seiner Art an einen Page/Plant Song vom Album „No Quarter“, nur mit elektrischen Gitarren, während „Mary You“ das Liebeslied auf dem Album ist. Geschrieben wurde er von Eric Bazilian von den Hooters vor langer Zeit, mit dem er seiner dann Frau einen Heiratsantrag gemacht hat. Wer diesen Hintergrund nicht kennt, macht sich dann natürlich über den Text lustig. Die beiden Bonustracks auf der DigiPak-Version sind dann noch andere Versionen von auf der regulären CD enthaltener Songs. Fazit: Ein tolles Album mit kleinen Schwächen für das ich dennoch fünf Punkte hergebe. An den Härtegrad der neuen Shakra-CD kommt das Album allerdings nicht ran, wird sich aber auch auf Grund des bekannteren Namens besser verkaufen. Ein-Sterne-Kritiken, wie bei Amazon, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen, auch wenn das Album naturgemäß an die Anfangszeiten der Band nie und nimmer ran kommt. Mir gefällt es und ich werde es mir eh wieder zulegen. Bei Youtube gibt es „Missteria“ dann auch noch ein offizielles Video. (Nuclear Blast/ Warner/ Believe) HJH

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