A New Evil

on Sunday, 20 October 2019. Posted in CD

The Ferrymen

A New Evil

Neulich schneite wieder mal eine mir bis dato unbekannte CD in mein Email-Postfach: The Ferrymen mit ihrem zweiten Opus “A New Evil” nach dem selbstbetitelten Debüt von 2017. Woher kennt man die Protagonisten? Magnus Karlsson, der Kopf der Band, spielt Gitarre, Bass und die Keyboards und ist als Songwriter bekannt von Alben von Bob Catley, Lande/Allen oder auch Primal Fear, Ronnie Romero singt gefühlt bei jeder zweiten Band derzeit (Rainbow, Corleoni usw.) und Mike Terrana spielte auch schon in etlichen Bands (Rage, Axel Rudi Pell, Masterplan). Was erwartet den geneigten Zuhörer? Top produzierten, sehr heavy gespielten Power Metal vom Schlage der Pretty Maids. Der Gesang ist grandios, die Soli technisch vom Feinsten und die Drums passen sich dem Sound an. Melodien werden zum Glück bei aller Geschwindigkeit nie vergessen und es gibt immer wieder feine Nuancen mit den Keyboards, die gerne mal auch Streicher imitieren, hier einen Kinderchor, dort mal etwas Flamenco. Die Songs selbst sind auch sehr gut gemischt. Es gibt ein oder zwei knallharte Nummern, die typischen Power Metal-Songs, eine Halballade, einen fast schon Dream Theater mäßigen etwas frickeligen progressiver Metal Song und als Rauswerfer einen eher normalen Hard Rock/Heavy Metal-Track. Song 1 geht zum Beispiel gleich mal voll auf die Zwölf mit einem Klasse Gitarrensoli und zeigt auf, wo die Reise hingeht. Track 2 ist dann etwas episch getragener und könnte so auch auf der Future World von Pretty Maids drauf sein. Generell böllert die Double Bassdrum gern und oft und es tauchen immer wieder feine Chorgesänge auf. Tolle Refrains. Der Kinderchor mit Streicher zum Einstieg wie bei Track 4 führt dann in die Irre, der Song ist dennoch sehr Heavy. Keyboards fügen passende leicht symphonische Tupfer dazu. Sogar der Bass ist sehr prominent vertreten im Sound. Kann man sehr gut bei Track 3 nachhören, der zudem etwas orientalisch angehaucht daherkommt. Die Halbballade ist fast in der Mitte der CD gesetzt mit Track 6, während sich der Dream Theater artige Song als Nummer 8 mit einem Pianointro ankündigt. Wer auf Power Metal steht oder mit härterer Musik generell was anfangen kann, sollte sich die CD unbedingt kaufen. Ich hau mal sechs Sterne raus nachdem ich das ganze Album nun gehört hab, denn langweilig wird die Scheibe nicht, ganz im Gegenteil. Die Japaner bekommen wie immer ihren Bonustrack, diesmal in Form einer akustischen Version von Track 2 und wer sich ein “Bild” machen will wie sich das Ganze so anhört, der findet wie üblich bei Youtube Songs zum Reinhören (Titeltrack und “No Matter how hard we fall”). (Frontiers) HJH

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