Alchemy

on Sunday, 12 January 2020. Posted in CD

Tara Nome Doyle

Alchemy

Diese mysteriöse – erst 22jährige - Lady wurde in Berlin-Kreuzberg geboren, ihre Eltern kommen aus Irland und Norwegen und sie spricht (und singt) die Sprachen dieser Länder akzentfrei. Die Senkrechtstarterin hat bei Kat Frankie gespielt, mit Max Rieger von der Band DIE NERVEN musiziert und für den Soundtrack des Films „Golden Twenties“ gesungen. Ihre erste EP, „Dandelion“, wurde seit Herbst 2018 mehr als eine Million Mal gestreamt. Und jetzt - ihr Debut: „Alchemy“. Das alchemistische Album behandelt in jeweils zwei Songs die vier Entwicklungsphasen aus der vormodernen Naturphilosophie, der Alchemie, wie sie im 20. Jahrhundert in der Traumpsychologie von C.G. Jung wiederkehrt. Diese Sängerin, Komponistin und Pianistin hält sich nicht mit „Boy-meets-Girl“-Songs auf, sie hat Tiefgang. Eine Filmszene war ein Schlüsselpunkt in ihrer Entwicklung: im Biopic „Love & Mercy“, hat sie den alten Brian Wilson, den Kopf der Beach Boys (gespielt von John Cusack) gesehen. Sie sagt: „Wie Wilson selbst als medikamentöses Wrack auch im Alter noch am Flügel sitzt, das hat eine große Würde. In diesem Moment wusste ich, später möchte ich auf ein Leben mit Musik zurück blicken. Also bin ich es mir schuldig, das zu probieren.“ Gott sei Dank ließ sie sich vom Altmeister inspirieren, denn hier wird ein melancholisches Wunderwerk geboten, das – bei aller Eigenständigkeit - an FLORENCE AND THE MACHINE oder LANA DEL RAY erinnert. Bei dieser Stimme und den traumhaften Kompositionen kommt Gänsehaut auf; Tara ist eine Bereicherung der Musikszene, nicht nur in Germanien, sondern alsbald wohl auch weltweit. Tipp: 11. März - Tara Live in München im „Milla“ (Martin Hossbach/Kompakt) HuGe

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