Auf Gedeih und Verderb

on Sunday, 12 January 2020. Posted in CD

Ingrimm

Auf Gedeih und Verderb

Die nunmehr bereits fünfte CD der Regensburger Band Ingrimm bitetet fett produzierten Mittelalter-Metal auf den zwölf Songs und hat nur wenig gemein mit anderen Bands dieses Genres a la Schandmaul, In Extremo oder Subway to Sally. Eher tendiert sie in Richtung Eluveitie, ohne den fast schon durchgehenden Grunzgesang. Ingrimm verwenden zwar ab und zu Drehleier, Flöte und vermehrt in den Songs eine Violine, aber das Grundgerüst sind Doublebass-Drums und fette tiefergestimmte Gitarrenriffs und ein im Sound prominenter Bass (besonders bei "Alptraum" und "Schuldig oder nicht"). Leider gibt es keinerlei Gitarrensoli. Die Musik an sich ist eine Mischung aus Megadeth und Metallica mit Eluveitie sowie ab und zu Iron Maiden (Gitarrenmelodie bei "Drachenritt"). New Model Army-Anklänge tauchen im melodischen "Sturm und Drang" auf, während man bei "Ich bin ein Mann" oder der Halb-Ballade "Der Schinder" (neben "König der Idioten" mein Favorit) glaubt, ein Böhse Onkelz Album im Player zu haben. Der Sänger an sich singt zweckmäßig, hat aber auch etwas Melodie in der Stimme, was man gut bei "Glück in Sicht" und "Mammon" hören kann. Der Rest des Albums ist vom Aufbau usw. sehr ähnlich. Alles in allem echt kein schlechtes Teil. Ich hätte mir nur, wie oben bereits angedeutet, ein paar Gitarren-Soli gewünscht, aber es läuft gut rein. Ich vergebe mal vier Violinen und eine halbe Drehleier. Fans der Band oder der Musikrichtung an sich (ich gehör da nicht dazu), können gerne noch einen Punkt mehr dazu addieren. Das Album ist durchaus ein Muss für Mittelalter-Metal Fans! (Hardy Entertainment) HJH

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