Auf Messers Schneide

on Tuesday, 06 August 2019. Posted in CD

Krawallbrüder

Auf Messers Schneide

Das nunmehr achte Studioalbum der mir bis dato unbekannten Band Krawallbrüder bringt gut gespielten, metallisch angehauchten mit Punk, Hardcore und etwas Oi abgeschmeckten Deutschrock im Fahrwasser der Böhsen Onkelz der 90er Jahre. Die Texte, gerne auch etwas derber in der Wortwahl, drehen sich um Freundschaft, Ehre, Stolz oder „sich nicht verbiegen lassen“, Politik und auch ums Saufen. Immer mit einem kleinen Augenzwinkern und vermutlich auch etwas autobiographisch (“Immer wenn ich trinke”) und nie rechtsaußen, wie man dieser Band auch heute noch gerne mal nachsagt, die sich unter anderem auch sozial engagiert und die ich sonst nicht angehört und besprochen hätte, würde ich diesen Gerüchten glauben schenken. Die Songs ähneln sich in ihrer Art auch durch den rauhen Gesang und die Gangshouts im Refrain, sowie die Länge von knapp über vier Minuten. Bass und Schlagzeug bilden ein sehr feines Rhythmusfundament, wobei der Bass auch gerne mal prominent ,wie bei Iron Maiden, in den Vordergrund rückt. Jeder Song hat ein wirklich gut gespieltes Gitarrensolo und beim Titelsong “Auf Messers Schneide” ist die Band Ost-Front mitzuhören, und beginnt und endet mit Keyboards. Mir gefällt die als Bonustrack(?) enthaltene Version ohne diese Band aber doch besser, da hier die metallische Seite der Krawallbrüder so richtig zum Vorschein kommt und den härtesten Song des Albums bildet. Track 6: “Wenn du gehst” ist dann ein etwas ruhigeres, getrageneres Lied, welches nur im Refrain an Geschwindigkeit und Härte zulegt, während Track 11: “Immer wenn ich trinke” die Ballade des Albums darstellt. Track 7 erinnert mich dann irgendwie an FreiWild meets Onkelz und hat auch hier ein wirklich klasse Gitarrensolo und tollen Text (man soll sich treu bleiben usw.). Track 9 mit seinem Slap-Bass und Anleihen an z.B. Biohazard (sehr flott und auch wieder metallisch) fällt auch aus dem Rahmen. Mir gefällt das richtig gut. Wer also mit den Onkelz etwas anfangen kann, sollte sich die Alben der Band, zuerst mal das hier, zulegen. Sie haben technisch wirklich was drauf, gehen gut ins Ohr, man kann gut mitgröhlen und bieten gute 45 Minuten tolle Musik zum Abschalten. Ich vergebe mal 5,5 Punkte und werde sie mir vielleicht sogar heuer entweder am 16. November im Airport in Obertraubling oder nächstes Jahr im L.A. in Cham am 20. Oktober anschauen. Ach ja, die Aussprache von Sänger Pascal Gaspard ist irgendwie witzig, wenn er immer mal wieder ein “Wou” oder so bei einzelnen Wörterr voranstellt. Fällt total auf. Das aber nur am Rande. (Soulfood) HJH

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