Boom

on Thursday, 27 December 2018. Posted in CD

SMAF

Boom

Alles ist vergänglich. Die einzige Konstante im Leben bleibt die Veränderung. Es sind diese zwei Aspekte, die sich SMAF-Gründer und -Bassist Sebastian Flach herausgegriffen hat, um sich mit seiner Band ins Studio zurückzuziehen und es fließen zu lassen. Schließlich hat sich die Band nach dem Debütalbum „Groove“ neu formiert und tourt in dieser Besetzung inzwischen seit drei Jahren. Daraus hat sich eine Dynamik entwickelt, die wie ein "Urknall" zu etwas völlig Neuartigem geführt hat. So hat es bei SMAF im Studio von Markus Birkle (Die fantastischen Vier) "BOOM" gemacht, bei den Aufnahmen des zweiten Albums. „Boom“ bringt die unterschiedlichsten Energien der individuellen Musiker auf einen gemeinsamen Punkt – um dann gleich wieder zu zerfließen in seine einzelnen Bestandteile, die sich aus dem Motown-Sounds der 60er Jahre, Reggae-Dub-Sessions in Kingston oder dem Tex-Mex-Staub aus Spaghetti-Western-Wüsten zusammensetzen. Und so wie das Leben atmet, präsentieren sich diese neun Songs. Songs, denen es an nichts fehlt. Weder an den ruhigen, besinnlichen Momenten, noch an mitreißender Spannung oder überbordender (Spiel-)Freude. Es ist dieses aberwitzige aufeinander abgestimmte Spiel der vier SMAF-Protagonisten, zu denen sich im Studio auch die Sängerin Franziska Schuster gesellt hat. Sie hat dem SMAF-Sound noch eine weitere Facette abgerungen: eine experimentell-meditative Seite, die ebenfalls überrascht. Die sich verändert und schließlich wieder vergeht. Interessantes Album, das weder Jazz noch Soul, weder Western noch Elektro-Dub, kein Pop, kein Rock, noch sonst irgendetwas ist, das sich in Schubladen pressen lässt. Etwas, das es zu entdecken gilt, also reinhören in diese Stücke, es lohnt sich! (DMG Records/Broken Silence) P.Ro

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