Death to Pop

on Friday, 06 September 2019. Posted in CD

Double Crush Syndrom

Death to Pop

Die mir bis dato nur namentlich bekannte Band Double Crush Syndrom fand heute mit ihrem zweiten Album “Death to Pop” den Weg in meinen mp3-Player. Nun ja, der Albumtitel passt dann irgendwie so gar nicht zur Musik an sich. Geboten wird cooler punkiger Rock mit gerne mal poppigen weiblichen Chorgesängen und im Ohr hängenbleibenden Refrains. Ob die Band den Rock mit dem Album rettet, wie man augenzwinkernd im PR-Info schreibt, glaub ich zwar nicht. Spass macht das Teil beim Anhören dann aber schon. Bekanntester Musiker der Band ist Gitarrist und Sänger Andy Brings, der Anfang bis Mitte der 90er Jahre auf zwei Studio-  und zwei Livealben (wenn man eine VHS so nennen mag) der Ruhrpott Thrash-Metalller “Sodom” die Gitarre bedient hat. An diese Zeit erinnert allerdings hier nichts. Zwei Songs auf dem Album sind zwar etwas härter ausgefallen (Track 5 und 9), gehen aber sicher nicht in Richtung Trash. Ansonsten erinnert mich das Ganze an eine Mischung aus Ramones, frühen Toten Hosen und Glamrock der 70er Jahre. Gitarrensoli sind eher selten zu vernehmen und wenn, dann eher simpel gehalten. Ganz im Stil der Vorbilder. Die Produktion ist exzellent, was bei dem Producer auch kein Wunder ist. Uwe Hoffmann hat u.a. schon die Ärzte oder die Sportfreunde Stille (an die zum Glück hier nichts erinnert) am Mischpult betreute. Ein paar Songs ragen aus dem Longplayer heraus: Track 6 “I’m in Love with you” kommt wie eine Mischung von The Sweet der 70er Jahre meets T-Rex daher . Track 7 “With me” ist der ruhigste Song auf dem Album mit akustischen Gitarren, wo ich mich an eine Mischung aus The Alarm meets The Church, mit etwas New Model Army abgeschmeckt, erinnert fühlte. Beim achten Song “Mistakes we love to make” musste ich sofort an The Damned zu ihrer “Anything” Albumphase 1986 rum denken. Cooler Refrain, der sofort mein Knie zum Zucken brachte. Ein Zeichen, dass mir ein Song oder Album gefällt. Tolle Gitarrenarbeit hier, und auch die Synthesizersprengsel passen perfekt rein. Bei Track 10 “Tonight” kamen mir sofort die Smashing Pumpkins in den Sinn mit einem anderen Sänger. Und der letzte Song auf dem Album fällt dann komplett aus dem Rahmen, da auf deutsch gesungen: “Die berühmten drei Worte” könnten auch auf einem Ärzte-Album stehen. Warum hier allerdings Hartmut Engler als Gastsänger fungiert, erschließt sich mir nicht ganz. Nein - nur ein Scherz des Rezensenten, aber der Gesang hört sich echt nach ihm an. Im Original stammt der Song übrigens von Andy Borg, falls es jemanden interessiert. Ist aber eher nicht die Zielgruppe, sondern eher der ZDF-Fernsehgarten, wo man mit diesem Titel bereits aufgetreten ist. Das Video zum Song findet man bei Youtube. Fazit: Mir gefällt es und ich vergebe mal fünf Sterne für ein kurzes, unterhaltsames Punkrockalbum with a Twist. (Arising Empire) HJH

*****

******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal