Debt Begins at 30

on Thursday, 19 September 2019. Posted in CD

The Gotobeds

Debt Begins at 30

In den letzten zwei Jahren erspielten sich mehrere Post-Punk Bands eine breitere Aufmerksamkeit, allen voran die Briten Idles und Shame und die Iren Fontaines D.C. All diese Bands vereinen musikalische Finesse und Komplexität mit authentischer Wut. Die gleichen Saiten schlagen auch The Gotobeds aus Pittsburgh an. Auch auf ihrem, inzwischen vierten, Album wirken sie jedoch keineswegs wie eine Band, die sich wie ein Trittbrettfahrer an die Fersen erfolgreicher Vorbilder hängt. Klangen auf ihrem Debütalbum vor fünf Jahren noch The Strokes als Referenz durch, wirken sie jetzt gereift und spielen worauf sie Lust haben. Das geht mal in Richtung der eingangs genannten Bands, aber zur Mitte des Albums pendelt es auch zu Parquet Courts oder Fidlar. Abwechslungsreicher als die Vorgänger ist das neue Album „Debt begins at 30“ durch die Methode Kollaboration. Für die Aufnahmen lud sich das Quartett diverse Musikerfreunde ins Studio ein und hat im Ergebnis bei allen zehn Songs mindestens einen Gast an Bord. Der zweite Song “Twin Cities” ist ein Strokes-artiges Duett mit Tracy Wilson (Dahlia Seed) am Mikro, “On Loan” ist getrieben von Riffs und Hooks der befreundeten Band Protomartyr, die bei gleich bei mehreren Songs mitwirken. Unterm Strich kann man sagen: Das inzwischen drei Monate alte Album lief bei der Musikkritik völlig zu Unrecht unter dem Radar und hat mehr Aufmerksamkeit verdient, als es bisher erfahren hat. Vielleicht kommen die Gotobeds ja auch auf Tour und überzeugen das hiesige Publikum live von ihren Qualitäten. (Sub Pop) mai

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