Dirty Shirley

on Sunday, 09 February 2020. Posted in CD

Dirty Shirley

Dirty Shirley

Mit Dirty Shirley kommt das nächste Bandproject von Frontiers Rec. auf den Markt. Bekanntester Musiker ist natürlich George Lynch  ein Hans Dampf in allen Gitarrenbandgassen (Dokken, Lynch Mob usw). Zusammen mit dem kroatischen Sänger Dino Jelusic sowie Trevor Roxx (Bass) und Will Hunt (Drums) als Backing Band hat er dieses Album eingespielt. Optisch auffällig an der Scheibe ist das echt beschissene Cover. Aber wichtiger ist ja immer die Musik (im CD Regal sieht man es ja nicht) und die kann fast durchweg überzeugen. Die Produktion stimmt bis auf den etwas mauen Gitarrensound. Die Band ist top, die Rhythmusabteilung macht ordentlich Dampf, die Keyboards (gerne auch mal nach Hammondorgel tönend) unterfüttern den Großteil der Songs richtig gut. Der Sänger ist grandios bei Stimme und kann sowohl den David Coverdale als auch Dio. Könnte glatt als Zwilingsbruder von Ronnie Romero durchgehen. George Lynch ist ja eigentlich eine Koryphäe an der Gitarre, leider überzeugen mich hier nicht alle Soli, und manche gehen auch am eigentlichen Song vorbei. Geboten wird eine, gerne mal auch etwas bluesige, Mischung aus Dio, Deep Purple und Whitesnake mit etwas Rainbow (aus den 70er und 80er Jahren). Hier die Tracks im einzelnen:
 
01 - Here Comes The King: Ein starker Einstieg mit blueslastigen, ruhigen Mittelteil und langem, aber etwas arg durchschnittlichen, Gitarrensoli, das den Song erst bei fast sieben Minuten enden lässt.
02 - Dirty Blues: Frühe 80er Whitesnake treffen auf Deep Purple der 70er Jahre mit Tommy Bolin an der Gitarre, also bluesig-funkiger Touch auch in der Gitarrenarbeit, aber ohne ein Gitarrensolo.
03 - I Disappear: Nach einem coolen unplugged Intro geht der Song eher in Richtung Dream Theater trifft auf Korn oder Incubus. Ein langes Gitarrensolo zieht seine Aufmerksamkeit auf sich, aber es passt irgendwie nicht zum Song an sich, der auch erst knapp vor der sieben Minuten Marke endet. Dennoch ein starkes Lied.
04 - The Dying: Auch hier schimmert wieder Dream Theater durch. Eine klasse Halb-Ballade mit wunderbaren Hammondorgeltönen, akustischen Gitarrensprengseln (a la Al Di Meola) und einem Hammerrefrain der hängen bleibt. Leider mal wieder ohne Solo.
05 - Last Man Standing: Man springt nun wieder zurück zu Whitesnake der 70er Jahre mit viel Blues im Song und einem echt geilen Soli im Mittelteil diesmal, das dann in eine coole Hammondorgelmelodie übergeht.
06 - Siren Song: Uriah Heep lassen grüßen. Der Song könnte so auch auf deren aktuellen Album drauf sein. Viel Hammondorgel in Verbindung mit dem grandiosen Gesang trifft auf ein Solo, das echt zupackt und diesmal perfekt reinpasst in das Lied. Und der Refrain ist nur zum reinlegen. 
07 - The Voice Of A Soul: 70er Jahre Rainbow mit Dio an den Vocals schauen nun auch mal vorbei. Jon Lord bedient die Orgel und Ritchie Blackmore zerrt die Saiten. Zumindest hört sich das Solo in diesem wunderbar epischen Track an. Sieben Minuten pure Freude und das "Gates of Babylon" von Dirty Shirley. 
08 - Cold: Deep Purple mit Tommy Bolan und Glenn Hughes an den Vocals Vol. 2. Der Song ist leider echt arg monoton ausgefallen. Hintenraus erinnert er mich an eine Kombination von RATM und RHCP. Schwächster Song bis jetzt. Packt mich nicht.
09 - Escalator To Purgatory: Moderne Whitesnake treffen im Refrain auf Alice in Chains und holen sich Joe Satriani für das Solo an Bord. Coole Nummer mit einem chilligen und echt tollen Solo.
10 - Higher: Erinnert mich an Chickenfoot. Hat ein recht dudeliges, an Vai und Satriani erinnerndes, Solo, welches nicht so recht zum Song passen will. Ansonsten kommen mir wieder neue Whitesnake in den Sinn. Etwas konfuse Nummer, die mich auch nicht packt. Ohne Gesang wäre es ein Winner.
11 - Grand Master: Akustische Bluesballade, die an die indische Phase der Beatles erinnert. So mit Sitarklängen, reiner Percussioneinsätze  usw. Schräg und nicht so ganz meins.
12 - Higher (alternate Cut) Bonus Track in Japan: Hört sich etwas anders an, ist länger und dennoch immer noch recht wirr.. 

Wer auf bluesigen Hard Rock steht oder eh ein Fan des Gitarristen ist, der wird hier bestens bedient. Man wird hoffentlich noch was hören von ihnen und vielleicht überzeugt dann das nächste Album komplett. Ich vergebe mal dennoch fünf Punkte. Die Bewertungen bei amazon sind da teilweise eher zum Lachen. Aber jeder sieht es halt anders.  Bei Youtube gibt es zu "Here comes the King" ein Video, falls man die Band erstmal abchecken will. (Frontiers) HJH

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