Dixie Highway

on Thursday, 06 February 2020. Posted in CD

The Outlaws

Dixie Highway

Sie zählen zu den bedeutendsten Vertretern des Southern Rock neben Bands wie den Allman Brothers Band, Lynyrd Skynyrd, der Marshall Tucker Band oder Molly Hatchet. Und wie bei diesen Bands sind auch bei den Outlaws von den Gründungsmitgliedern von 1972 nur noch Henry Paul (Gitarre, Vocals) und Monte Yoho (Drums, Percussion) dabei, die drei anderen, Billy Jones, Hughie Thomasson und Frank O’Keefe, sind bereits verstorben. Doch seit mehr als 45 Jahren, mit Unterbrechungen in den 80ern und 90ern sowie in 00er Jahren, hissen The Outlaws noch immer das Southern Rock-Banner, wenngleich das 1994er Album „Diablo Canyon‘ der letzte Studio-Output bis zu ihrem 2012er Album ‚It’s about pride“ war. Berühmt für ihre Drei-Gitarren-Rock-Attacken und dreistimmigen Country-Harmonien wurden die ersten drei Alben der aus Tampa stammenden Gruppe mit Hits wie ‚There Goes Another Love Song‘, ‚Green Grass & High Tides‘, ‚Knoxville Girl‘ und ‚Freeborn Man‘ zu Meilensteinen des Southern Rocks. Gleichzeitig festigten unermüd-liche Tourneen ihren Ruf als legendäre „Florida Guitar Army.“ Seit der Veröffentlichung ihrer 2012er Comeback-Scheibe und des 2016er Doppelalbums „Legacy Live“ sind The Outlaws unter der Leitung von Henry Paul, Mitbegrün-der  Monte Yoho  sowie den neuen Bandmitgliedern  Randy Threet  (Bass, Gesang),  Steve Grisham  (Gitarre, Gesang), Dave Robbins  (Keyboards, Gesang),  Dale Oliver  (Gitarre, Gesang),  Jaran Sorenson  (Schlagzeug) und Billy Crain als Gastgitarrist nicht nur wieder als – wie ihre Fans sie nennen – „Southern Rock`s Last Band Standing“ aufgetaucht, sondern auch als engagierte Formation von Brüdern, die weiterhin mit Können und lodernder Kreativität komponieren und performen.
Mit „Dixie Highway“ legen sie jetzt einen neuen Longplayer vor. Ursprünglich verband der Dixie Highway – die erste wichtige Durchgangsstraße zwischen dem Mittleren Westen und dem Süden Amerikas – die Städte Chicago und Miami, bevor er in den späten 1920er Jahren durch das U.S. Highway-System ersetzt wurde. Und während Überreste der legen-dären Straße noch immer in Florida, Georgia, Tennessee und Ohio zu finden sind, ist sie vor allem eine Route mit großer Vergangenheit und das dauerhafte Symbol für Amerikas Stolz und Stärke. Passend dazu nehmen die Southern Rock-Ikonen The Outlaws auf ihrem neuen Album Dixie Highway die Fans buchstäblich und im übertragenen Sinn mit auf eine Reise durch ihr Leben. „Es ist eine Metapher für einen Trip, bei dem der Weg das Ziel ist“, sagt Outlaws-Mitbegründer Henry Paul, „die Reflektion eines Lebens auf der Straße, speziell in einer Southern Rock-Band. Die Fans wollen etwas über das Verhältnis zu unseren Weggefährten erfahren, also wie wir auf und hinter der Bühne und wäh-rend der Busfahrten interagiert haben. Dieses Album beschreibt den Weg, den wir bislang zurückgelegt haben und der gleichzeitig in die Zukunft weist.“ Die Absichtserklärung des Albums beginnt mit der kompromisslosen Eröffnungshym-ne ‚Southern Rock Will Never Die‘, mit der The Outlaws ihren ‚gefallenen‘ Genossen huldigen, darunter Skynyrds Ron-nie Van Zant und Steve Gaines, Tuckers Toy und Tommy Caldwell, Duane und Greg Allman und The CDBs ‚Taz‘ DiGregorio und Tommy ‚TC‘ Crain, sowie die Outlaws-Mitbegründer Billy Jones, Frank O`Keefe und Hughie Thomas-son. „Der Song spiegelt den Geist der Pioniere dieses Genres wider“, sagt Paul. „Die Energie, die uns damals alle moti-viert hat, inspiriert uns noch heute.“ In ‚Endless Ride‘, ‚Dark Horse Run‘ und ‚Lonesome Boy From Dixie‘ befruchtet der Geist der Vergangenheit auch die Zukunft der Band, während ihre gewaltige Rock-Attitüde in ‚Rattlesnake Road‘ und der grandiosen Instrumentalnummer ‚Showdown‘ glänzt. In ‚Macon Memories‘ führt die Reise zu einem will-kommenen Besuch der Heimatbasis von The Allman, und in ‚Overnight From Athens‘ in eine Stadt mit großer Outlaws-Tradition. Der Titeltrack des Albums zählt zweifellos zu den besten der Band, ein brisantes und in der Ich-Form verfass-tes Dokument eines Lebensstils, der sich als ebenso gnadenlos wie lohnend erwiesen hat. „Es ist ein Stück, das mir quasi zugeflogen ist“, sagt Paul. „Es geht nicht nur darum, wie wir unser Leben gelebt haben, sondern auch darum, das eigene Schicksal nie aus den Händen zu geben. Deshalb holen wir auf der Bühne jede Nacht das Letzte aus uns heraus.“ Mit der Neuaufnahme von ‚Heavenly Blues‘ vollzieht ‚Dixie Highway‘ eine Rückblende auf  die ursprünglich 1977 er-schienene Scheibe ‚Hurry Sundown‘. „Unsere drei ersten Alben sind das wahre Erbe dieser Band“, erläutert Paul. „Und von all den Songs, die ich für diese Platten geschrieben habe, besitzt ‚Heavenly Blues‘ das größte Potential, um noch einmal berücksichtigt zu werden. Ich denke, unser neues Arrangement und mein gereifter Gesang haben den Song enorm verbessert, zudem ist die Gitarrenarbeit einer der ultimativen Höhepunkte der neuen Platte.“ Für das Finale ‚Windy City Blue‘ verwendete Paul eine bislang unveröffentlichte Demoaufnahme von Gründungsbassist Frank O`Keefe aus dem Jahr 1972. Somit beginnt  und endet das neue Album in Illinois, genauso wie auch der Dixie Highway selbst. „Frank stammte ursprünglich aus Chicago“, erklärt Henry Paul, „seine Texte sind noch heute aktuell. Wir haben den Song umarrangiert und die ursprüngliche Demoversion zu neuem Leben erweckt. In einer Band mit vier starken Songwritern wurden Franks Beiträge mitunter übersehen. Dabei war er ein sensationeller Musiker und integraler Be-standteil der Gruppe. Seinen Song auf diese Scheibe zu nehmen war absolut richtig. Dies ist Frank O`Keefes ultimatives Vermächtnis.“ Auch deshalb ist das gesamte Album O`Keefe gewidmet, ein lebendiges Zeugnis für das Talent, die Freundschaft und die Tradition, die den Southern Rock nach wie vor prägen. „Bis in die 70er Jahre zurück handelte jeder Song, den wir geschrieben haben, von den Herausforderungen des Rock´n`Roll-Lifestyles“, erklärt Henry. „Heute schreiben wir über Dinge, die uns allen gemeinsam etwas bedeuten. Wenn man immer noch genügend Gründe und die Fähigkeit dazu hat, kann man seine Position als wichtige kreative Kraft aufrechterhalten.“
Mit der Veröffentlichung von Dixie Highway schlagen die Outlaws auch wieder jenen Kurs ein, der den treuen Anhä-ngern vertraut und in seiner Mission unerschrocken ist. „Ich möchte, dass die Fans die Weiterentwicklung der Band und die hohe Qualität unserer Musik erkennen“, sagt Paul. „Die Scheibe zeigt, woher wir kommen, wohin wir gehen und wie viel Spaß wir auf diesem Trip immer noch haben.“ Von der topmodernen Produktion bis zum klassischen Vinyl-Gatefold-Doppelalbum bleibt Dixie Highway auf einem Kurs mit eigenem unverwechselbarem Klang und Geist. „Wir haben dieses Album geschrieben und aufgenommen, um die weiterhin große Bedeutung der Outlaws und des Southern Rock zu belegen“, ergänzt er, „es ist eine Botschaft, die wir stolz ins 21. Jahrhundert tragen.“ Produziert und arrangiert von The Outlaws begeistert ‚Dixie Highway‘  mit der Leidenschaft einer Band, die jede Meile ihrer Reise bewusst gelebt und daraus gelernt hat. (Steamhammer/SPV) P.Ro

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