Es gibt nichts zu bereuen

on Sunday, 10 March 2019. Posted in CD

LustfingeR

Es gibt nichts zu bereuen

Mit ihrem elften Album "Es gibt nichts zu bereuen" melden sich die Münchner Punkrocker LustfingeR um Gründungsmitglied Tom Fock, dem Sänger, Songschreiber und Gitarristen, zurück – druck- und schwungvoller denn je! Die Combo gehört zu den ältesten und noch immer aktiven Punkbands der Republik, gegründet im Oktober 1981 in München. Unter der Regie von Produzent Warthy Wartmann (Unheilig, Eisbrecher) ist ein Album entstanden, das alle bekannten Qualitäten der süddeutschen Punkrock-Matadore vereint – aber auf einem völlig neuen Niveau und mit rundum erneuertem Line-up und frischem Spirit präsentiert. „Wir wissen, was wir wollen / denn wir sind nicht mehr ganz neu / wir wissen was wir wollen/ wir bleiben unserer Linie treu", heißt es im programmatischen Titelsong „Es gibt nichts zu bereuen“. Das stimmt einerseits, denn die unwiderstehlichen Ohrwurmrefrains (man höre nur die erste Singleauskopplung „Niemals vergessen“, den Opener „Wir feiern unseren Untergang“ oder „Unser Weg“) und die augenzwinkernde Selbstironie, die man immer schon an LustfingeR liebte, sind in Hülle und Fülle auf dem neuen Longplayer zu finden. Andererseits stimmt es aber genauso, wenn sie im gleichen Atemzug singen „Wir ha’m die Karten neu gemischt", denn mit der Unterstützung von Warthy Wartman und dank hochkarätiger Neuzugänge wie dem Gitarristen Danny Raygun (Raygun Rebels) haben LustfingeR in Wahrheit ihr Ausdrucksspektrum beträchtlich erweitert. Da gibt es in „Wir sehen uns“ Hochgeschwindigkeitsriffs und in „Bumsilaki“ ein Gitarrensolo von atemberaubender Brillanz. Alle 13 Tracks kommen mit einer Wucht und Präzision aus den Speakern, wie man sie so noch nie bei den Münchnern gehört hat. Dass LustfingeR nach all den Jahren, all dem Bergauf-und-bergab, aber immer noch wissen, wo sie herkommen, wird nicht zuletzt in der Testosteron-getriebenen Gossenromantik von Songs wie „Damenklo“ spürbar. Non-Konformisten sind Fock & Co. ohnehin, wie sie im hymnischen „Dafür dagegen“ ("halt die Nase in den Gegenwind") klarmachen. Zum Ausklang gibt es mit „Lass mich los“ eine berührende Ballade, die den Hörer fühlen lässt, dass auch bei Punkrockern und überzeugten 60er Fans ein weicher Kern unter der raubauzigen Schale steckt. "…immer wieder aufgestanden, denn Punk ist unser Leben" heißt es im Titelsong von "Es gibt nichts zu bereuen". Also machen sie weiter, und das nicht schlecht! (Rotz+Wasser/H´art) P.Ro

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