Girl

on Sunday, 10 March 2019. Posted in CD

Maren Morris

Girl

Bereits mit 15 Jahren veröffentlichte die aus Texas stammende und inzwischen in Nashville lebende Maren Morris ihr erstes Album „Walk On“. Seither ist viel passiert, der Durchbruch in den USA ihr vor fast genau drei Jahren mit der Single 'My Church' aus ihrem Top5-Album „Hero“, die mit Doppel-Platin ausgezeichnet wurde und einen Grammy erhielt. Daneben ist sie die Stimme des Zedd/Grey-Welthits 'The Middle', mit dem sie die vorderen Plätze der globalen Charts aufmischte und mehr als zwei Millionen verkaufte. Dass es sich bei der Texanerin zudem nicht um ein One-Hit-Wonder handelt, beweisen Hitsingles wie "80s Mercedes", "Rich" und "I Could Use A Love Song". Genau dieser lange und entbehrungsreiche Weg zum Superstar, den die Sängerin und Songwriterin seit 2003 durchlebt hat, gibt ihrem neuen Album 'Girl' ein überzeugendes Maß an Glaubwürdigkeit und Authentizität. Denn man spürt: wenn Maren Morris im Titelsong singt: „Girl, don't hang your head low. Don't lose your halo. Everyone's gonna be okay, baby, girl!“ dann weiß sie verdammt genau, was diese Worte bedeuten. Kein Wunder also, wenn die Erwartungen für den Nachfolger "Girl" durchaus hoch sind. Maren Morris beweist hier erneut, wie vielseitig sie unterwegs ist. Dass Maren Morris Country-Helden wie Hank Williams und Johnny Cash zu ihren Einflüssen zählt, war schon auf dem Debüt-Album nur mit einiger Fantasie herauszuhören. Wer bei den 14 neuen Songs also ein klassisches Country-Album erwartet, wird definitiv enttäuscht sein, Schubladendenken ist nichts für diese Sängerin. So hat sich die Texanerin für "Common" die jüngst mit Grammys ausgezeichnete Brandi Carlile an Bord geholt für einen fast schon spirituellen Popsong, der vom kraftvollen, souligen Gesang der beiden Damen veredelt wird. Auch "All My Favorite People" ist so ein anderer Titel. Mit dabei auf dem coolen Trip in die Bar an einem Dienstagabend sind John and TJ Osborne, besser bekannt als Brothers Osborne, herausgekommen ist die einzige waschechte Rocknummer des Albums. Ansonsten gibt es niveauvollen Pop wie bei „A song for everything“ oder „The Bones", und bei vielen Songs lässt die Sängerin verstärkt ihrer Affinität für R&B freien Lauf, wie z.B. bei „Gold love“ oder "Hell and Back". Der zweite Longplayer von Maren Morris ist ein selbstbewusstes und kreatives Album, bei dem Genregrenzen locker übersprungen werden. (RCA/Sony) P.Ro

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