Ignite the Sky

on Monday, 14 September 2020. Posted in CD

Bloody Heels

Ignite the Sky

Auch in Osteuropa versteht man recht gut zu rocken. Die Letten Bloody Heels veröffentlichen drei Jahre nach ihrem Debütalbum ihr neues Ouevre „Ignite the Sky“ auf einem größeren Label mit Frontiers Records. Geboten wird hier eine nette Mischung aus sleazigem Hard Rock der 80er Jahre, etwas Glamrock und einer Prise Metal. Die Band ist fit an ihren Instrumenten, die Rhythmusfraktion legt einen soliden Groove aufs Parket, während der heimliche Star der Gitarrist ist, der sich wirklich tolle, schön zu den Songs passende Soli aus den Rippen schneidet und damit den etwas eher durchschnittlichen Sänger ausgleicht. Leider blieb von der ersten Hälfte des Albums nicht wirklich viel bei mir hängen (der Funkbass-Einstieg bei „Farewell to Yesterday“ ist aber schon cool“), was leider auch an der recht zweckmäßigen Produktion liegen könnte, die die Stimme im Mix teilweise zu weit hinten platziert hat. Dafür kann die Band bei mir mit den letzten vier Songs punkten. „Thin Line“ ist ein schöner Rocker mit Erinnerungen vor allem im Refrain an Glass Tiger’s „Thin red line“, der beste Song auf dem Album - „Silhouette“ - ist auch der längste mit über fünf Minuten. Eine klasse Ballade mit Cello, die ab dreieinhalb Minuten aber dann so richtig zu einem Hard Rock Song erster Güte mit grandiosem Gitarrensolo mutiert. Bei „Healing Waters“ gibt es ein wirklich cooles Saxophonsolo zu hören und der Abschlusssong „Streets of Misery“ tritt dann so richtig in den Hintern, wie weiland Skid Row auf ihrem besten Album „Slave to the Grind“. Wer auf Skid Row, Mötley Crüe, Ratt, Poison und was es sonst noch an guten Sleaze Bands gibt, steht, macht hier eigentlich nix falsch. Ich fand es unterhaltsam und dank der zweiten Hälfte auch vier Punkte wert. Wenn die Produktion beim nächsten Album besser ist und auch der Sänger mehr Profil, Abwechslung und Stimme mit reinbekommt, dann gibt es sicher einen Punkt mehr. Bei Youtube finden sich wieder ein paar Anspieltipps für den Interessierten. (Frontiers) HJH

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