Live in Black and White Icons

on Thursday, 10 September 2020. Posted in CD

Hannah Aldridge

Live in Black and White Icons

Hannah ist nicht nur eine Tochter des amerikanischen Südens, sondern auch der Muscle-Shoals-Legende Walt Aldridge. Sie startete ihre Karriere mit ihrem 2014 erschienenen Debüt "Razor Wire", bei dem sie mit Jason Isbell (The 400 Unit) zusammenarbeitete und zusammen mit Brad Pemberton (Ryan Adams and the Cardinals) einen seiner Songs für das Album aufnahm. Das Debüt-Album erregte die Aufmerksamkeit vieler Musikkritiker und schickte sie auf Tourneen um die ganze Welt, wobei die Live-Szene die Sängerin schon früh richtig in ihren Bann zog, da sie in den letzten sieben Jahren in über zehn verschiedenen Ländern gespielt hat. Hannah mischt die Impressionen ihres Privatlebens, ihre Ängste und Reflexionen mit den Klängen ihrer Heimatstadt, und assimiliert dabei Einflüsse aus dem gesamten Rock-Genre. Ihr Vorgängeralbum „Gold Rush“ rockte kräftig ab, jedoch – um das Fazit vorweg zu nehmen: Ihr Live-Album finde ich um Längen faszinierender und packender. Was für eine Schatztruhe mit ungeschliffenen klingenden Rohdiamanten! Hannah stellt ihre neue Zusammenarbeit mit dem schwedischen alternativen Indie-Label „Icons Creating Evil Art“ vor, und bringt nun ihr allererstes in London aufgenommenes Live-Album "Live in Black and White" heraus, mit dem sie den Wunsch zum Ausdruck bringt zu ihren Wurzeln zurückzukehren. Während ihre Studioaufnahmen komplette Rock-Bands und eindrucksvolle Kollaborationen enthalten, beschränkt sich dieses Live-Album auf das Herz der Musik – Hannahs in Lieder gegossenes Innenleben, ihre Ängste und ihre Gitarre. Weniger kann mitunter mehr sein. Ich bin keineswegs ein Fan – oft mies aufgenommener – Live-Alben, jedoch ist hier das Ergebnis beeindruckend. Ihre raue, bluesige Stimme zieht einen sofort in den Bann. Weghören geht nicht; das ist Gänsehaut pur. Geht, staunt und kauft. (Creating Evil Art/Rough Trade) HuGe

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