Magnolia

on Friday, 01 February 2019. Posted in CD

T.C.Copperfield

Magnolia

Der Regensburger Worc-a-holic Tilo Preißer, besser bekannt als T.G. Copperfield, setzt mit der Veröffentlichung von 'Magnolia', seiner fünften Soloplatte in weniger als zwei Jahren, eine neue Marke: am selben Tag veröffentlicht er gleich zwei Alben, denn auch das neue 3 Dayz Whizkey-Album „Common Buzzard Blues“ erscheint zeitgleich auch am 8. Februar. Und irgendwie passt das, denn es sind durchaus zwei verschiedene Werke. Bei seinen Solo-Arbeiten genehmigt sich T.G. eben mehr stilistische Freiheiten, was seinem Drang nach Variabilität entgegen kommt. In einem Interview meinte er dazu gefragt, dass er sich hier „ein wenig mehr austoben kann. Da kann es auch mal härter sein oder Pop mit einfließen. Und ich kann meine Soundvorstellung so umsetzen, wie ich es in meinem Kopf höre. Für ‚Magnolia‘ war mein Blueprint der warme Sound der frühen Siebziger. Das ist bei heutigen Platten eher selten der Fall, weil alles zu Tode komprimiert wird und wesentlich Höhenlastiger gemixt und gemastert wird.“ Dazu kommt aber auch, dass er hier nicht nur mit seiner eingespielten Electric Band im Studio in Abensberg war, sondern auch noch einige Freunde als Gastmusiker eingeladen hatte, die etliche Songs mit eingesungen haben. So waren Myles Tyler von 3DW dabei, seine alten Kumpels Jake Roeder und Tom Schmidbauer, die auch bei einer der EPs beteiligt waren, dazu kamen noch Verena Kirchberger und Robert „Hubi“ Hofmann, der nicht nur produzierte, sondern hier auch an den „Vocals“ beteiligt ist. Entstanden ist das alles in „rohen Livesessions“, wie T.G. meint. Die zwölf Songs sind recht abwechslungsreich geworden, das Spektrum reicht von Balladen wie beim Titeltrack „Magnolia“ oder „The Loneliest“ bzw. „Between the Lines“ über das country-lastige „People Moon“ bis zum bluesigem Southernrock auf „Roll with the punches“ mit starken Keyboard-Linien. Absolut überzeugend kommt auch “Purple Moon”, auf dem Verena Kirchberger die Stimme von T.G. ideal ergänzt. Wenn Copperfield auf dem blues-rockigen „What have I?“ fragt, ist die Antwort klar – ein tolles Feeling für diese Musik, die Songs, die von Harmonie geprägt sind. Auf die Frage nach der Inspiration für sein Songwriting sagt er: „Die Inspiration kam schon viel aus meiner eigenen Situation heraus oder aus Beobachtungen in meinem Umfeld. Sie sind also eher lebensnah, Working Class und nicht abgehoben und entrückt jeglicher Realität. Ich versuche aber trotzdem, die Geschichten so zu erzählen, dass Interpretationsspielraum bleibt und jeder für sich selbst entscheiden kann, welche Bedeutung er/sie wählt. Das ist es auch, was ich so sehr an meinen Lieblingssongs mag. Musikalisch gesehen stehe ich schon sehr auf Melodien und Gitarrenriffs. Die geben dann schon meist einen bestimmten Groove vor und da ich immer schon mit exzellenten Drummern gearbeitet habe, kam dabei immer was cooles raus.“ Copperfield legt hier sein Meisterstück als gereifter Songwriter vor. „Magnolia“ ist ein beeindruckendes „Songwriter Classic Rock Album“ geworden, das von seiner Vielfältigkeit und der Natürlichkeit aller eingesetzten Elemente lebt, und internationalen Standards stand hält. Und diesmal gibt es auch eine Vinyl-Version davon, das passt einfach zu diesen Songs. Und im Vergleich zum neuen 3DW-Album muss ich gestehen, dass mir „Magnolia“ noch einen Tick besser gefällt. (Time Zone Records) no.men

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