Mindweaver

on Friday, 15 May 2020. Posted in CD

Course of Fate

Mindweaver

Die Norweger „Course of Fate“ betreten mit ihrem Album „Mindweaver“ (vor sieben Jahren gab es bereits eine EP) die musikalische Bühne des Progressive Metal und hauen gleich mal ein Konzeptalbum als Debut raus. Geboten wird eine sehr feine Mischung aus Queensryche zu „Operation Mindcrime“ und Dream Theater zu „When dream and Day Unite“ bzw. „Images and Words“-Zeiten. Die dargebotene Musik ist schön komplex, haben die sechs Songs doch eine Länge von fünf bis neun Minuten (+ ein Intro und eine kurzes Zwischenstück), wirkt aber nie so überladen, so dass man den Faden beim Anhören verlieren würde.  Der Sänger hat eine tolle Stimme in der Schnittmenge von Geoff Tate und James Labrie (im Studio), die Musiker sind technisch auf höchstem Niveau, nur die Produktion an sich könnte einen Ticken besser sein. Der Keyboarder scheint mir hier die Hosen anzuhaben, denn sein Spiel steht teilweise dominant im Vordergrund, während die Freunde des gepflegten Gitarrensolos erst im vierten Titel zu ihrem „Recht“ kommen. Ab da geht dann aber auch in dem Bereich die Luzie ab. Die beiden Gitarristen erreichen zwar noch nicht ganz das Niveau von John Petrucci oder DeGarmo/Wilton, aber für ein Debüt ist das wirklich schon erste Sahne. Die Chorgesänge passen zudem zu den Songs wunderbar. Und ausnahmsweise stimme ich auch dem Waschzettel, der der CD beilag, zu und höre bei Song #7, „Drifting away“, tatsächlich einen Pink Floyd-Song. Der ruhig aufgebaute Titel, der erst zum Ende hin mit einem langen David Gilmour Gedächtnissolo tempomäßig anzieht,  erinnert mich in seiner Art und auch vom Gitarrenspiel total an „Shine on you crazy Diamond“. Einzelne Lieder herauszupicken würde dem Album nicht gerecht werden, da sie durch die Bank klasse sind. Ich gebe mal fünfeinhalb Sterne („Operation Mindcrime“ wird natürlich hier nicht erreicht) und gehe somit d’accord mit all den anderen positiven bis sehr positiven Kritiken, die ich so gesehen hab. Wirklich ein tolles Debut von einer Band, von der man hoffentlich noch viel hören wird, und die in die Fußstapfen der ganzen großen Prog-Metal Bands treten kann. Ach ja. Die CD selber ist klasse aufgemacht mit einem tollen Cover, Booklet und DigiPak. Interessierte checken wie immer YouTube wo es bereits zwei offizielle Videos gibt. (ROAR/Soulfood) HJH

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