Motherbrain

on Sunday, 07 July 2019. Posted in CD

Crobot

Motherbrain

Über Anhänger zeitgenössischen Hard- und Heavyrocks, mit eindeutigen Verweisen auf die goldene Ära dieses Genres in den 1970er-Jahren, bricht seit einiger Zeit eine gewaltige Retro-Welle herein, deren Ende zur Freude der Fans dieser Sounds noch längst nicht absehbar ist. Souverän auf dem Wellenkamm surft das US-Quartett Crobot. Die Band aus Pennsylvania zelebrierte auf bislang drei Alben und einer EP ihre zwischen Deep Purple, Black Sabbath und Led Zeppelin angesiedelte ureigene Mischung aus rifforientiertem, hier und da mit einer Prise Doom und Funk angereichertem Rock. Und das ändert sich auch beim vierten Output mit elf neuen Tracks nicht, das im August erscheint. Chris Bishop, Mitgründer und Gitarrist, genügen drei Stichworte, um die Essenz des energiegeladenen Crobot-Sounds auf den Punkt zu bringen: Dirty, Groove und Rock. Niemand aus der aktuellen Besetzung mit Sänger Brandon Yeagley, Bassist James Lascu, Drummer Dan Ryan und dem zeitweiligen Tour-Bassisten Eddie Collins würde ihm diesbezüglich widersprechen. Neben diesen bereits genannten Vorbildern ziehen Fans wie Kritiker ihrerseits auch Bands wie Wolfmother, Queens of the Stone Age, Rage Against the Machine oder Soundgarden vergleichsweise heran, um Crobots Klangkosmos zu kategorisieren. Gemeinsam mit Corey Lowery (Seether, Sevendust, Saint Asonia, Stereomud) hat die Band die neue Platte produziert. Vorab gibt’s bereits „Keep Me Down” und „Low Life” zu sehen und zu hören. Beide Tracks stehen treffend dafür, was „Motherbrain” in Gänze zu bieten hat. Nämlich, so Chris Bishop: „Das düsterste und härteste, zugleich aber auch das funkigste Material, das Crobot je von der Leine gelassen haben.” Zu den Highlights gehören neben diesen beiden Stücken unter anderem der furiose, an das Stone Temple-Pilots-Stück „Dead and Bloated” erinnernde Opener „Burn”, das mit muskulösem Groove aufwartende „Drown”, das funkige „Alpha Dawg”, sowie der doomige Track „Stoning The Devil”. Zu hoffen bleibt, dass sich möglichst bald wieder Gelegenheiten dazu bieten Crobot in hiesigen Breiten live zu erleben, im Sommer sind sie nur für einige Festivals im UK zu erleben. (Mascot) P.Ro

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