Murder of Crows

on Sunday, 15 November 2020. Posted in CD

Nuclear

Murder of Crows

Fünf Jahre nach ihrem letzten Album veröffentlicht die chilenische Band Nuclear mit „Murder of Crows“ Mitte November ihr sechstes Studioalbum. Geboten wird hier eine sehr ansprechende Mischung aus Thrash Metal, etwas Hardcore und einem Spritzer Death Metal. Die Haupteinflüsse auf dem neun Song starken Album (die restlichen beiden Stücke sind nur kurze Instrumentals) liegen, sowohl bei der Musik als auch beim Gesang und den Gitarrensoli, ganz klar bei Slayer (also von „Hell awaits“ bis „Seasons in the Abyss“), Sepultura („Beneath the Remains“ bis „Chaos A.D.) und Testament zu deren von Death Metal beieinflussten Phase. Die Band schrotet sich in einem Affenzahn durch die Songs, dass es nur so raucht. Die Double Bass Drums treiben sie voran, sogar der Bass ist dank der wirklich klasse Produktion gut zu hören. Die Gitarristen feuern Hanneman/King Gedächtnissoli aus allen Rohren mit dem typischen Wechsel linker Kanal, rechter Kanal. Leider liegt hier die einzige Schwäche des Albums – es sind die Soli, warum auch immer, recht dumpf im Mix, während die Riffs deutlich vernehmbar sind. Abwechslung wird hier insgesamt eher klein geschrieben. Mal wird es etwas schleppender wie bei „When water thickens blood“, grooviger wie beim spanisch gesungenen „Absuados“ oder mal richtig Death Metal-mäßig, auch von der Geschwindigkeit her, bei „Useless to Mankind“ welches sehr an Misery Index erinnert. Am Ende des Songs sollte man dann die CD nicht auswerfen, kommen doch noch zwei Minuten lang Flamencogitarrenklänge zum Entspannen der Ohren als Outro und Bezug nehmend auf das Akustikgitarrenintro . Das zweite kurze, ich nenne es mal, Streichquartettinstrumental „Blood to Spare“  bietet ebenfalls eine kurze Verschnaufspause vor dem vorgenannten „Useless to Mankind“. Die Hardcoreanklänge tönen beim nur zweiminütigen „No Light after all“ dann durch.  Somit ist für den Fan härterer Musik alles geboten was das Herz begehehrt. Die Aufmachung der CD im Digipak ist ebenfalls sehr gelungen, weshalb hier fünfeinhalb Punkte in Summe angemessen sind. Sollte man als Thash-Fan im Schrank stehen haben. (Black Lodge/Rough Trade) HJH

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