Omnipresence

on Friday, 15 May 2020. Posted in CD

Mindtech

Omnipresence

Die norwegische Band Mindtech veröffentlichte mit „Omnipresence“ vor kurzem nach sieben Jahren Recording-Pause ihr neues zweites Album (mit neuem Sänger). Geboten wird hier eine, meiner Meinung nach, recht gelungene Mischung aus Melodic-Death-Metal a la Soilwork light (also ohne die Death Metal-Vocals bis auf einen Versuch beim ersten Song, den sie aber mal lieber hätten bleiben lassen sollen) und härteren Progressive Metal a la Communic und Mercenary (mit etwas Power Metal), falls diese Bands noch jemand kennt. Die sieben Songs plus Intro (eigentlich sind’s weniger, da die ersten drei Stücke eigentlich einen Song ergeben) brettern sehr flott durch die Botanik, wobei zwei Dinge herausstechen: Die absolut grandiosen Gitarrensoli, gerne auch mal zwei in einem Song, sowie die recht hohen, sehr melodischen Vocals des Sängers. Muss man mögen so was, wobei er es ab und zu auch etwas übertreibt, und die Stimme etwas wegbricht im Refrain. Die Chorgesänge überzeugen dafür durch die Bank und auch die Rhythmussektion plus Keyboarder, der immer wieder in den Songs kleine Akzente setzt. Den leicht Fear Factory-mäßigen Drum Sound (klacker, klacker) muss man aber schon mögen. Die Songs selber ähneln sich von der Machart her, wobei sie durch den Gesang immer etwas an Härte verlieren. Einzig das als Ballade beginnende "These are the days", das sich dann midtempomäßig weiterentwickelt im Verlauf der über fünf Minuten, nur um hinten raus dann wieder heftig rockend aber immer mit „weicher“ Stimme zu Ende geht, fällt etwas mehr aus dem Rahmen. Der progressivste Song steht dann am Ende, der mit zwei grandiosen Gitarrensoli glänzt.  Übertrieben frickelig wird das Ganze zum Glück nicht. Fazit: Mir gefällt es recht gut, hat Potential und lässt für die Zukunft noch einiges erwarten. So gut wie die kürzlich gehörte Course of Fate-CD ist sie aber (noch) nicht. Ich vergebe mal starke vier Punkte und empfehle mal das Reinschauen bei Youtube, wo es zum Song „The big Question“ ein richtiges Video gibt. Das Album selbst ist gar nicht so leicht zu bekommen, da es auf einem norwegischen Kleinstlabel wohl veröffentlicht wurde, das nur zwei Bands im Rooster hat. Bei Amazon gibt es das z. B. nur den Download. (TriTech) HJH

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