On Ramp Of Heaven Dreams

on Monday, 16 March 2020. Posted in CD

Olivier Le Goas & Reciprocity

On Ramp Of Heaven Dreams

Olivier Le Goas ist nicht nur ein äußerst versierter Drummer – weitab vom Haudrauf-Getrommel - mit Stärken in Polyrhythmik und komplexen Metren, sondern auch ein versierter Komponist der oft seine Stücke auf dem Piano komponiert(e). Er begann mit 13 Jahren Schlagzeug zu spielen; 1987 erhielt er den ersten Preis der Agostini Schlagzeugschule in Paris und gewann 1988 mit seinem Trio den zweiten Orchester Preis des nationalen Jazz Wettbewerbs von Paris La Défense. Olivier Le Goas spielte mit unzähligen international renommierten Musikern zusammen. 1995 traf er Kenny Wheeler und nahm mit ihm zusammen ein Album auf. 2005 produzierte er sein erstes Album als Leader mit keinen geringeren als John Abercrombie, Drew Gress and Ralph Alessi. Wie schon auf „Reciprocity“ hört man auch auf der neuen Scheibe den angesagten amerikanischen Gitarristen Nir Felder, dessen warmer Ton und fließende Linien hier neben John Escreets kaskadenartiger Klavierarbeit, Larry Grenadiers tönenden Basslinien und Le Goas‘ unbändiger Präsenz am Drumkit ein Schlüsselelement sind. Zusammen navigieren sie durch das verschlungene Terrain der Kompositionen des Drummer-Bandleaders mit vielen Anspielungen auf Jazz-Altmeister Pat Metheny. Der Albumtitel selbst enthält eine solche Anspielung zu dem mit einem Grammy ausgezeichneten Album „Off Ramp“ (1982) der Gitarrengröße, und der hell fließende Track ‚Light Size Dreams‘ bezieht sich gewitzt auf den Titeltrack von Methenys bahnbrechendem Debütalbum auf ECM Records, „Bright Size Life“ von 1976. Le Goas gesteht Methenys Einfluss in diesen beiden ansprechenden Stücken bereitwillig ein: „Ja, der Albumtitel wurde direkt von dem wunderbaren Pat Metheny-Album „Off Ramp“ inspiriert, und ‚Light Size Dreams‘ birgt definitiv Echos von „Bright Size Life“. Der Vergleich mit der Musik von Mr. Metheny drängt sich auf, jedoch finde ich „On Ramp of Heaven Dreams“ etwas dynamischer und knackiger. Pat‘s Alben mag ich, jedoch verlieren sie sich allzu oft in ätherisch-lieblicher Schönfärberei. (Challenge Records) HuGe

*****

******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal