Onyx

on Monday, 25 November 2019. Posted in CD

VUG

Onyx

Etwas mehr als ein Jahr nach ihrem selbstbetitelten Debut legen die Hauptstadtrocker nach und präsentieren uns jetzt „Onyx“ als ihren Zweitling. Wieder ein feistes, schweres Album zwischen Proto-Metal, Heavy-, Blues- und Retro-Rock. Zwar hat Nick DiSalvo die Band verlassen, weil er als Frontmann der US-Psych-Prog-Rocker von Elder mit seiner Hauptband zu sehr beschäftigt ist, doch mit Leonard Vaessen wurde nicht nur ein Ersatzmann gefunden, sondern gleich auch ein Produzent, da er ein eigenes Studio hat. Spielfreude, handwerkliches Können, aber vor allem raffinierte Arrangements und der typische Vintage-Sound zeichnen das neue Album aus, das jedoch nie die nötige Genre-Patina verloren hat. Felix Scholl (Gitarre + Vocals), Max Raine (Gitarre), Philipp Hennermann (Bass) und der neue Mann an den Drums, Leonard Vaessen haben ihren eigenen Stil hier weiter verfeinert. VUG reihen sie nicht bei den schwebenden Feingeistern und filigranen 70er Jahre Blumenkindern ein, sondern rocken breitbeinig, bleiben ruppig, haben sicher einige skandinavische Bands gesehen, kennen den Stadtplan von Motorcity Detroit auswendig und haben wohl auch die ein oder andere Kapelle aus dem Seattle der 90er Jahre gehört. Sie holen auf dem neuen Album alte Helden aus der Vitrine, entstauben sie und rücken sie respektvoll ins rechte Licht. Dazu kommen überraschende neue Momente - ruhigere Songs, akustische Gitarren, Balladen, die aber durch die kratzigen Vocals stets angenehm ruppig bleiben. Und natürlich sind da die doppelten Gitarren von Max Raine und Frontmann Felix Scholl, die stets die Richtung bestimmen. Man höre nur mal in „Easy“, „Inferno“ oder „Tired of“ rein, dann weiß man, was gemeint ist. Auf ihrer Record-Release-Tour kommt die Band am 12. Dezember ins Alte Spital nach Viechtach und rockt am 15. Dezember das Backstage in München (Noisolution) P.Ro

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