Pfeilgrad

on Monday, 08 October 2018. Posted in CD

Scherbenviertel

Pfeilgrad

Nach dem 2017er Debut „Die verdammte Realität“ legt Simon Schmidt (p, git, voc), Gründer dieser noch jungen Regensburger Band, jetzt den Zweitling vor. Im Vergleich zum ersten Album, das fast ausschließlich akustisches Material enthält, ist das neue Werk um ein vielfaches aufwändiger produziert und mit einigen Gastmusikern der Regensburger Musikszene eingespielt worden. Scherbenviertel zeigt sich damit auf von einer härteren Seite, in „klassischer" Bandbesetzung mit Schlagzeug, E-Bass und E-Gitarren und tritt jetzt als Sextett auf, gesungen wird inzwischen teils englisch, teils deutsch. Aufgenommen und gemischt wurde das Album von Florian Speth in dessen „Single Coil Music“-Studios in Sinzing. Wie schon beim ersten Album sind wieder alle elf neuen Lieder Eigenkompositionen und sind aus der Feder des Regensburgers Schmidt geflossen. Textlich werden in gewohnter Weise bissig-sarkastisch Themen des Alltags besungen, da wird vom aufgeblasenen Regensburger „Hehnafresser“ gesungen, der rotzig-grob auftrumpft, denn „wenn’s sei muaß, dann fress i a di“. Und der „Superbursch“ wird mitleidig wie selbstironisch aufs Korn und mit beißendem Spott in die Mangel genommen, bis die bluesrockige Schwarte kracht. „Konventionell, unkompliziert und eingängig: So ist die Musik von Scherbenviertel“ schreibt Michael Scheiner in seiner Kritik. Durchaus zutreffend, hier tönt’s zwischen Mainstream-Rock und Austro-Pop, die Stücke haben ein breites musikalisches Spektrum. Das was Tanja Biendl, Simon Schmidt, Mario Höpfl, Daniel Meuer, der Zitherspieler Bastian Schindler und der neue Bassist Andreas Mayer hier präsentieren, kann sich durchaus hören lassen. Wer noch Anspieltipps braucht – einfach in „Changes“ oder „I Muass Leb’n“ reinhören. (Scherbenrecords) no.men

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