Redemption

on Monday, 27 August 2018. Posted in CD

Joe Bonamassa

Redemption

Damit veröffentlicht Bonamasse bereits das dritte Album in Folge mit komplett eigenem Material. Auf „Redemption“, dem 13. Studioalbum, präsentiert er ein Dutzend neuer Songs und zeigt sich ambitionierter und vielseitiger denn je, definiert sich wieder einmal neu und sprengt die Grenzen des Bluesrock. Die zwölf Songs spiegeln die Wiedergeburt, die er derzeit durchlebt, wider. „Es passieren gerade Dinge in meinem Leben, von denen ich dachte, dass ich sie nie erleben würde. Es fühlt sich an wie eine Auferstehung. Ich spüre Reue und Akzeptanz. Manchmal ist es sehr schmerzhaft, doch ich weiß, dass ich daran wachsen werde.“ erklärt Bonamassa. Auf jede tiefe Emotion folgen pure Momente der Freude, eingerahmt von musikalischem Handwerk auf höchstem Level und Bonamassas meisterhaftem und vielseitigen Gitarrenspiel. Das Album wurde in verschiedenen Studios weltweit aufgenommen, darunter den Blackbird Studios (Nashville), The Cave Australia (Sydney), Studio At The Palms (Las Vegas), Criteria Hit Factory (Miami) und Addiction Sound Studios (Nashville). Mit von der Partie waren erneut Anton Fig (Schlagzeug), Michael Rhodes (Bass), Reese Wynans (Keyboards), Lee Thornburg und Paulie Cerra (Horns), Gary Pinto (Vocal Harmony) sowie Mahalia Barnes, Jade McRae und Juanita Tippins (Background-Gesang). Außerdem brachte Produzent Kevin Shirley zwei neue Gitarristen mit ins Spiel: Kenny Greenberg und Doug Lancio. “Zwei zusätzliche Gitarristen mit in der Band zu haben, war extrem interessant, denn es ermöglichte mir, auf eine ganz neue Art und Weise zu spielen.”, sagt Bonamassa. „Evil Mama“, der Opener des Albums, ist nicht nur ein wohlgesonnener Gruß an Led Zeppelin, sondern überzeugt auch mit seinem tiefen Groove. Das Rockabilly-lastige „Freddie King Boogie“ und „King Bee Shakedown“ sind wahre Hüftschwinger, während Bonamassa auf „Molly-O“ eine tragische Geschichte erzählt. Die zeitlosen Hardrock-Riffs erinnern an sein Nebenprojekt Black Country Communion. Auf „Pick Up The Pieces“ beschwört er den Geist von Tom Waits herauf. Der Wunsch nach Erlösung und Rettung, aber auch eine gewisse Stärke und Ermächtigung ziehen sich wie ein roter Faden durch dieses Album. Der Titeltrack offenbart dies bereits in den ersten Zeilen: ‘She took the fire as she was leaving, no forgiveness and no confession, now I'm sifting through the cold grey ashes, looking for peace and my redemption.” Bonamassa erklärt: „Ich spüre, dass meine neuen Songs sowohl textlich als auch musikalisch tiefgründiger sind. ‚Self-Inflicted Wounds‘ ist einer der besten Songs, die ich je geschrieben habe. Und er basiert auf persönlichen Erlebnissen.” Dieser Song offenbart Wut und Frustration, doch zugleich auch Vergebung: “You got a lot of nerve blaming someone else, for your mistakes, you got a lot of nerve offerin' up your help, when you can't carry your weight… You never get away with trying to tell yourself, one of your own lies, you never get away holding back those tears, try not to cry.” Shirley ergänzt dazu: „Auf ‚Self-Inflicted Wounds‘ schließt sich der Kreis erneut. Es ist eindeutig Joes tiefgründigster und dunkelster Bluessong, ein Meisterstück der Verzweiflung. Doch das ermöglichte ihm einen ganz neuen Blick auf den Blues, er hat ihn völlig neu erfunden.“ Auf „The Ghost Of Macon Jones” tauscht Bonamassa den Gesang mit dem Countrysänger Jamey Johnson aus Nashville. „Just Cos You Can Don’t Mean You Should“ ist hörbare, von Albert King inspirierte, Bluesrock-Euphorie. “I‘ve Got Some Mind Over What Matters” ist eine pure Wehklage des Giatrristen, während die herzzerreißende Geschichte auf dem akustischen „Stronger Now In Broken Places“ verspricht, dass das Leben weitergehen und man irgendwann wie Phoenix aus der Asche wieder auferstehen wird. Jim Moginie (Midnight Oil) ist darauf auf an der Gitarre und Kate Stone an der Opsilon Handpan zu hören. Die intensiven musikalischen Reise beendet Bonamassa schließlich mit traditionellen Bluesrock auf „Love Is A Gamble.“ Aus Sicht von Kevin Shirley als Produzenten „ist es bei Weitem das bislang herausforderndste und vielseitigste Album, das Joe je aufgenommen hat.“ Das ist ein Statement, am besten selber Reinhören! (Provogue/Mascot) P.Ro

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