Sauber

on Thursday, 27 December 2018. Posted in CD

Pam Pam Ida

Sauber

Sie kommen aus dem beschaulichen Örtchen Sandersdorf mitten in der bayerischen Pampa – Pam Pam Ida und sorgten 2017 mit ihrem Erstling „Optimist“ für einen Überraschungserfolg, begeisterten Radiostationen, Kritiker und Fans. Jetzt legen sie mit „Sauber“ ihr zweites Werk vor – keine ganz einfache Aufgabe. Zweite Alben werden schließlich oft in Frage gestellt. Doch PPI brauchen sich da keine Sorgen machen: Ihre Antwort liefern sie in 13 Songs und einem kurzen Interlude. Sie machen Pop, der an die avantgardistische Tradition der 80er anknüpft: Unterhaltend, aber mit künstlerischem Auftrag. Treibende Nummern fürs Feeling und das Tanzbein, ausladende Albumtracks zum Reinlegen und Gespanntsein. Das Album erzählt vom Loslassen und Zusammengehören. Zumindest vom Zusammengehören-Wollen. Es besingt krankhaften Konsum, das Hadern mit der Realität und den Tod einer Katze. Wie schon auf „Optimist“ verzuckert Sänger Andreas Eckert dem Zuhörer manch bittere Wahrheit mit süßer Ironie. So gut kann Katharsis schmecken. Pam Pam Ida bedienen hier Musiknerds, die anhand von Gated-Reverb-Drums Parallelen zu Prince ziehen und Easy-Listeners, die sich einfach dem Gefühl hingeben wollen, gleichermaßen. Die komplexen Arrangements und vielfältigen Soundwelten genügen dem künstlerischen Anspruch genauso wie der Leichtigkeit von Pop. Zwischen stylischen 80er-Drums, neuentdeckter Liebe für Saxophonsoli und feinstem Streichereinsatz bietet "Sauber" treibende Unterhaltung genauso wie elegische Tiefe. Dass es sich dabei um bairische Texte handelt, ist vor allem als musikalischer Ausdruck zu verstehen. Die Sprache fügt den Werken ihren ganz eigenen Klang hinzu. Pam Pam Ida kann man nämlich beides: Fühlen und verstehen. Fazit: gelungener Zweitling! (F.A.M.E) P.Ro

*****

******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal