Skycrest

on Friday, 20 November 2020. Posted in CD

Iron Savior

Skycrest

Die Hamburger Power Metal Band Iron Savior veröffentlicht Anfang Dezember nur gut ein Jahr nach „Kill or get Killed“ ihr je nach Sichtweise 11. (12. oder 13.) Studioalbum „Skycrest“, das tatsächlich das erste Album der Band ist, das ich gehört habe. Geboten wird hier flott nach vorne preschender Power Metal in der Schnittmenge von Gamma Ray, Helloween, Blind Guardian, Pretty Maids, abgeschmeckt mit etwas Judas Priest. Die Double Bass Drums, die fast unentwegt bollern, treiben die bis auf zwei Ausnahmen schön harten Songs voran. Der Gesang von Produzent und Gitarristen Piet Sielck ist in der eher dunkel gefärbten Stimmlage unterwegs und erinnert, zumindest mich, an eine tolle Mischung aus Graham Bonnet und Ronnie Atkins. Alle Songs werden unterfüttert mit wirklich feinen Backgroundchorgesängen, klasse Gitarrensoliduellen und ab und zu kleinen elektronischen/keyboardartigen Einsprengsel, wie z.B. bei „Welcome to the New World“. Die Produktion ist schön fett und nie nervig, was aber bei der Vita von Piet Sielck auch kein Wunder ist.  Unter den elf Songs (plus Intro) gibt es keine Ausfälle, der Härtegrad ist wie erwähnt relativ hoch. Ausnahmen bilden „Raise the Flag“, welches an Accept zu Metal Heart-Zeiten erinnert, die Ode an den Werwolf „Silver Bullet“ (mit sechs Minuten der längste), der knallhart aus den Boxen springt und das „Painkiller“ von Iron Savior darstellt,  die von Bassisten Jan Sören Eckert geschriebene und klasse gesungene Ballade „Ease your Pain“ (textlich vermutlich beeinflusst von seiner Krankheit), sowie das leicht AOR beeinflusste „End of the Rainbow“, wo die hymnenhafte Seite der Pretty Maids zu „Future World“ bzw. „Jump the Gun“ Zeiten zu Besuch vorbeischauen. In Summe ein wirklich vorzügliches Power Metal Album, ohne größere Überraschungen, dem man seine deutsche Herkunft nicht anhört und das ich allen Fans der Band bzw. der oben erwähnten Gruppen nur ans Herz legen kann. Fünfeinhalb starke Punkte von meiner Seite. Wer noch unsicher ist, der findet bei YouTube zwei offizielle Musikvideos der Band aus diesem Album. (AFM) HJH

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