Steelfactory

on Wednesday, 22 August 2018. Posted in CD

U.D.O.

Steelfactory

Drei Jahre nach “Decadent” (und einer sehr langen Accept-Songs-Abschiedstour mit Live-Veröffentlichungen) kommt nun Ende August das neue, schon 16. Album von uns U.D.O. raus. 13 (auf der DigiPak-Version 15) Songs mit 58 bzw. ca. 64 Minuten, die einerseits typisch für ihn sind (mit schnellen Stampfern), andererseits aber auch die eine oder andere musikalische Überraschung bereit hält. Auffällig beim Durchhören ist der extrem fette Sound. Vor allem die Drums hören sich nicht mehr so, wie drücke ich es aus, wie ein wildgewordener Tacker (also klinisch) an. Der Einstieg mit “Tongue Reaper” ist noch typischer U.D.O.-Signature-Sound. Man erkennt ihn halt sofort an der rauen raspelnden Stimme, die aber auch immer wieder kleine melodische. klare Passagen in den Refrains bietet. Dies kehrt im Verlauf des Albums immer wieder zurück. Die Songs sind recht ähnlich aufgebaut. Text – Refrain - Text - Refrain - Solo usw. Alle aber auf hohem Niveau mit viel 80er Accept-Reminiszenz, die immer wieder durchscheint. Der Gitarrist schüttelt sich exzellente Soli aus dem Ärmel, wobei besonders hier Track 7 “Rising High” hervorzuheben wäre, der nicht nur auf der “Metal Heart”-Scheibe von Accept sein könnte, sondern, wo über eine Minute soliert wird. Die Halbballade “In the Heat of the Night” (Track 4) bietet eine kurze Verschnaufpause für die Ohren. “Raise the Game “ (Track 5) hat etwas orientalisches an sich, auch weil hier wie auch bei anderen Songs (z.B. “Keeper of my Soul” Track 3), eine Bouzouki oder Balalaika zum Einsatz kommt. Zumindest hört es sich danach an. Die abschließenden beiden Songs “Rose in the Desert” (Halbballade mit coolem Refrain) und vor allem “The Way” überraschen (zumindest mich). Letzterer ist eine hauptsächlich von Akustikgitarren getragene, wunderschön gesungene Ballade (ja Udo Dirkschneider kann wirklich auch gefühlvoll singen) als Rückblick auf das vergangene (seines) Leben (wenn ich die Lyrics richtig interpretiere). Sowas hab ich seit “Winter Dreams” nicht mehr von ihm gehört. Der Hammer und eindeutig beste Song auf dem Album! Fazit: Ein rundum gelungenes Album ohne Schwächen, tollem frischem Sound, einem super Gitarristen, einigen musikalische Überraschungen (und entsprechend herausragenden Liedern) mit dem jeder Accept- (vor allem die, die der alten Besetzung nachtrauern) aber auch U.D.O.- Fan, sowie natürlich jeder Metalfan an sich, nichts falsch machen kann. Klare Kaufempfehlung und von mir 5,5 Punkte, da mir die neue Primal Fear noch etwas besser gefällt. Sollten die beiden (von mir nicht gehörten) restlichen Songs von der DigiPak Version das Niveau halten, so kann hier noch ein halber Punkt dazu addiert werden. (AFM Records) HJH

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******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal