Stormchild Rising

on Monday, 14 September 2020. Posted in CD

Mad Max

Stormchild Rising

Mad Max,  eine der dienstältesten, deutschen Hard Rock Bands (2021 werden es 40 Jahre) veröffentlichte vor kurzem ihr erst 13. Album „Stormchild Rising“ (eventuell ein Sequel zum 85er Album „Stormchild“?). Geboten wird knackig produzierter, toll gesungener (Bandleader Michael Voss ist ja nicht umsonst auch bei Michael Schenker an Bord) und gespielter (die Gitarrensoli/Duelle sind zwar selten lang, aber auf den Punkt und immer zu den Songs passend) melodischer Hard Rock, ohne größere Ausfälle. Die drei härtesten Nummern bilden sozusagen die Klammer des Albums. Der sehr flotte Opener „Hurricaned“  (Kritik an medialer Reizüberflutung) mit Gastgesang von Ronnie Romero, das von Ronnie James Dio mit verfasste Rough Cutt-Cover „Take her“ (mit deren Ex-Sänger Paul Shortino am Mikro)  sowie der Abschluss-Song „Busted“ drücken schön auf das Gaspedal und holen auch mal die Double Bass Drum raus. Dazwischen tummeln sich schön hardrockige Nummern wie „Gemini“, das an die Scorpions Ende der 80er/Anfang der 90er erinnert, bluesig sumpfig angehauchtes mit dobroartigen Gitarrenzupfereien und recht unpassendem (dennoch klasse) Gastgitarrensolo von Stryper-Gitarristen Oz Fox auf dem für mich schlechtesten Song des Albums „The Blues ain’t no Stranger“, gemäßigter fast schon im AOR Schipperndes wie „Kingdom Fall“, Whitesnake zu 1987/Slip of the Tongue-Zeiten bei „Talk to the Moon“ und dann haben wir noch das eher getragene, poppige „Ladies & Gentlemen“, das mich an eine Mischung aus Edguy, Avantasia und Def Leppard erinnert mit eine tollen Text (Zusammenhalten in schweren Zeiten), akustischem Gitarrenzwischenspiel und Streichern (aus der Konserve) hintenraus.  Wer sich dann den Song nochmal geben will, bekommt dann in Form eines Bonustracks eine ‚Single Edit Version‘ mit Kinderchor und teilweise deutschen Textpassagen geboten. Nett, aber ich nehm lieber das Original. Was mir persönlich fehlt ist eine richtige Ballade, die man von einer Melodic Hard Rock Band einfach erwartet. Aber die Geschmäcker sind ja zum Glück verschieden. Apropos Original, originell ist auf der Scheibe eher nichts, aber Fans der genannten Bands, die auch mit Bonfire, Krokus, früheren und härteren Gotthard bzw. Bon Jovi usw. was anfangen können, liegen hier genau richtig. Die von Mad Max bzw. Casanova greifen eh zu. Wirklich toll geworden das Album, mit lesenswerten Texten (soweit ich es raushören konnte), schönen Refrains, eingängigen Melodien, wobei ich nicht sagen kann, ob es sich anders oder besser wie frühere Alben anhört, denn die Band flog tatsächlich immer unter meinem Radar, so dass dieses Album meine „Bandpremiere“ geworden ist. Starke fünf Punkte von meiner Warte aus für einen Longplayer, der auch wirklich klasse verpackt ist (Cover!). Zu „Hurricaned“ und „Ladies & Gentlemen“ gibt es dann auch bei Youtube noch die Videos zu begutachten. (Steamhammer/SPV) HJH

*****

******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal