Subway To The Stars

on Thursday, 03 October 2019. Posted in CD

Spread Eagle

Subway To The Stars

26 Jahre nach dem bisher letzten Album erschien vor knapp zwei Monaten - wie aus dem Nichts - das dritte Album der amerikanischen Band Spread Eagle, die bei mir irgendwie unter dem Radar flog. Wikipedia meint, dass diese Band Anfang der 90er mal in der Heavy Rotation bei MTV war, wobei ich mich nicht daran erinnern kann. Wenn sie damals aber schon so gut waren wie auf ihrem jetzigen Comebackalbum “Subway to the Stars”, dann hab ich was verpasst. Bekanntester Musiker ist das Originalmitglied am Bass, Rob DeLuca, der auch schon bei Bands wie U.F.O. bzw. Sebastian Bach (wie passend) die vier Saiten zupfte. Nach einem kurzen abfahrenden U-Bahnzug Intro geht die Band gleich in die Vollen. Geboten wird m M. nach progressiver Rock a la VoiVod zu “Angel Rat” bzw. “Outer Limits”-Zeiten mit vertrackten Gitarren, tollen Soli, grandioser Produktion, technisch extrem fitter Band und einem Sänger, der mal nach Snake, dann wieder nach Myles Kennedy, hier und da nach Layne Staley bzw. Scott Weiland, oder auch mal nach Jizzy Pearl klingt. Leicht rauh, etwas hoch und immer auf den Punkt. Eingeschoben werden gerne mal ruhige Passagen wie bei Track 2, “29th of February”, fette bratzige Gitarrensoli wie bei “Sound of Speed”, Harmoniegesänge und auch mal ein paar schräge Streicher wie in Intro zu “Dead Air”. Einen richtigen Metal Song hat man dann auch mit “Grand Scam” im Programm, der einem die Gehörgänge freibläst.”More Wolf than Lamb” erinnert mich an etwas härtere Alice in Chains mit leicht futuritischen Gesangslinien, die sich klasse in den Song einfügen. Bei Song Nummer 8, “Little Serpentina”, wildert man dann eher im Revier von Alter Bridge mit Myles Kennedy-artigem Gesang und einem schönen langen, orientalisch angehauchten Gitarrensolo. Hinten raus wird es dann eher melancholisch rockig mit teilweise poppigen Gesangslinien. So könnte “Antisocial Butterfly” auch von den Manic Street Preachers stammen und auf deren 96er Album “Everything must go” enthalten hätte sein können und dort eine grandiose Figur gemacht hätte. Die große Überraschung bekommt man dann mit dem letzten Song “Solitaire” geboten, welcher eine reinrassige Lagerfeuerballade darstellt, nur mit akustischen Gitarren, Streichern und Gesang dargeboten. Hätte ich im Verlauf des Albums nicht damit gerechnet, dass man es so ruhig ausklingen lässt. Ach ja der U-Bahnzug fährt hier wieder raus. Die Japaner bekommen noch einen Bonustrack in Form von “Sound of Speed” im alternativen Mix. Die Gitarre hobelt hier echt noch etwas heftiger, aber der Sound ist hier irgendwie mumpfig. Die normale Version tönt hier viel besser. Den Import kann man sich somit sparen. Fazit: Sehr gelungenes Comeback, dem gerne ein weiterer Output folgen darf. Definitiv eine der besseren Bands bei Frontiers Records (hier nervt auch der Schlagzeugsound mal nicht wie so oft bei deren Produktionen) und eine klare Kaufempfehlung von mir (was ich für mich auch beherzigen werde) mit verdienten 5,5 Punkten. Ich check dann mal auch die beiden Anfang der 90er Jahre erschienen Alben sofern noch zu bekommen.(Frontiers) HJH

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******* = genial / ****** = phänomenal / ***** = optimal / **** = normal / *** = trivial / ** = banal / * = katastrophal