Tales from Outer Space

on Sunday, 12 May 2019. Posted in CD

RPWL

Tales from Outer Space

Nach acht Studio-, einem Best-of- und sechs Livealben startet das Raumschiff RPWL in Bayern jetzt, um in die unendlichen Weiten des Weltraums vorzudringen. Im Jahr 2019, genauer am Sterndatum 22. März 2019, ist die Scheibe gelandet. Fragt sich nur, ob die Bewohner von Alpha Centauri etwas mit diesem Sound anfangen können. Wir Erdlinge schon. Mit ihrer vier Mann starken Besatzung haben sie sich auf dem neuen Longplayer thematisch ganz dem Science-Fiction-Genre verschrieben. Ist ja zur Zeit wieder „mega-in“ (siehe Avengers-Filme). Sänger und Keyboarder Yogi Lang: „Dieses Mal ist es kein Konzeptalbum im eigentlichen Sinn geworden. Es sind jedoch sieben Kurzgeschichten zum Thema Science-Fiction. Für uns war das aber nicht nur thematisch sehr interessant, sondern auch musikalisch eine unglaubliche Spielwiese, die förmlich einlud, mit Sounds und allen vorstellbaren musikalischen Stilmitteln zu experimentieren.“ So beginnt „Not A Place To Be“ mit Horrorstreichern und elektronischen Störgeräuschen und vermittelt sofort das ungemütliche Gefühl beim Betreten eines fremdem Planeten. Ganz im Gegensatz dazu der folgende Song „Where Do I Get What I Need“, der mit den Delaygitarren eine positive Stimmung verbreitet. Doch der Raumgleiter RPWL hat den Kontakt zur Erde nicht verloren, gerade in diesem Song konterkariert der Text die Musik und legt den Finger in die Wunde, stellt kritische Fragen zum aktuellen Konsumverhalten der Menschheit. Die Außerirdischen in „A New World“ – dem ersten Song des neuen Albums Tales From Outer Space – treffen auf besagte Band, erfahren durch „Hand auflegen“, wie viel Leid und wie viel Schlimmes auf der Erde durch die Menschen vorherrscht und suchen völlig erschrocken sofort wieder das Weite. Verständliche Reaktion. Und wir wissen nun endlich, warum die nur kurz gesichteten UFOs nicht bleiben (wollen) und nach einer kurzen Erd-Sichtung wieder Richtung Galaxiemitte abspacen.
Natürlich steht der Vergleich mit Pink Floyd stets im Raum, den die Band aber unter anderem durch die Veröffentlichung und Performance der ersten konzeptionellen Live-Show „Pink Floyd’s The Man And The Journey“ selbst befeuert hat. Und mit Pink Floyd verglichen zu werden, ist sicher nicht die schlechteste Referenz, auch und gerade dann, wenn sich Guy Pratt (Pink Floyd, David Gilmour) höchstpersönlich bei einem Song am Bass die Ehre gibt. Nach den - in meinen Ohren doch etwas langatmigen - Live-Alben endlich wieder eine ausgefeilte Studioproduktion der Freisinger Astronauten. (Gentle Art of Music) HuGe

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