The New Normal

on Monday, 18 February 2019. Posted in CD

Kane Roberts

The New Normal

28 Jahre nach seinem letzten Soloalbum taucht Gitarrist und Sänger Kane Roberts nun wieder mal mit einem neuen Album aus der Versenkung auf. Wer sich nun eine Fortsetzung der Musik auf „Saints and Sinners“ erhofft hat, sieht sich leider sehr getäuscht. „The new Normal“ ist ein Gemischtwarenladen aus allen möglichen Silrichtungen a la Hard Rock, Nu Metal, Balladen, Elektroniksprengsel und Spielereien usw., dem es eindeutig an einem roten Faden fehlt. „King of the World“ hört sich noch nach seinem früheren Schaffen an. Der Refrain ist geil. Leider passt das Gitarrensolo meiner Meinung nach, wie auch bei einigen anderen Liedern, so gar nicht zum Song. Auffällig ist schon hier die eher durchschnittliche Produktion und der üble Schlagzeugsound, der hier aber im Gegensatz zu anderen Songs noch von einem Drummer aus Fleisch und Blut gespielt wurde. „Wonderful“ hört sich dann eher nach Nu Metal a la Lamb of God/Disturbed/Godmsack mit melodischem Gesang an, während das von Alice Cooper im Duett mit Alissa White-Gluz (von Arch Enemy) gesungene und später gegrunzte „Beginning of the End“ eher an Linkin‘ Park mit anderem Sänger oder die Alice Cooper-Phase Ende der 90er/Anfang 2000 mit Alben wie „Brutal Planet“ erinnert, wo dieser einen anderen Sound fuhr. Auch hier wieder ein toller Refrain. „Who are We“ wäre dann die erste Ballade, getragen von männlichem und weiblichen Gesang, Akustikgitarren und gräßlichem Drumcomputer, die nahtlos in den Nickelbacksong „Leave this world behind“ übergeht, der mir recht gut gefällt und ohne Gitarrensolo daher kommt. Eine weitere Ballade folgt dann mit „The Lion’s Share“, der sich wie ein neuerer Halestorm-Song anhört. Kein Wunder, wurde er von Lzzy Hale geschrieben. Die letzten drei Songs sind dann wieder heftiger, wobei mir hier „Leave me in the Dark“ und vor allem „Above and Beyond“ gefallen. Letzter hat als Gäste Kip Winger, Ken Mary und Paul Taylor mit an Bord, die zusammen mit Kane Roberts die Alice Cooper Band auf „Raise your fist and Yell“ bildeten, und somit noch am ehesten an frühere musikalische Zeiten erinnerte. Den sehr düsteren Abschlusstrack „Wrong“ gibt es auf der Japan CD-Ausgabe nochmal als Remix, der mir einen Ticken besser gefällt. Das Album ist kein Grower, denn auch nach den zweiten Durchhören ist es nicht meine Baustelle und ich hab die CD wieder von meiner Kaufliste gestrichen. Ich vergebe mal neutrale 3,5 Punkte (auch weil der Gesang echt gut ist). Wer mit vielen Stilen auf einer CD und dem krassen Wechsel zu früher klar kommt, kann hier noch einen Punkt addieren und in das Album reinhören. (Frontiers) HJH

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