Unconditional

on Thursday, 10 September 2020. Posted in CD

Van de Forst

Unconditional

Fünf Jahre nach ihrem Debüt „Lucky“ veröffentlicht die Sängerin Van de Forst aus Münster am 11. September ihr neues Album „Unconditional“. Geboten wird hier wirklich toll produzierter (Michael Voss) und gespielter Pop/Rock (u.a. am Bass mit Hugh McDonald von Bon Jovi) mit einem kleinen Spritzer Country, der sich im vereinzelten Einsatz von Banjo, Fiddle und Steel Guitar bemerkbar macht.  Wobei das Ganze musikalisch dann eher in Richtung New Country tendiert, denn mit der alten Garde a la Loretta  Lynn oder Tammy Wynette hat das hier nichts zu tun. Die vierzehn Songs bieten eine wirklich schöne Mischung aus flotten, eher rockigen Songs a la Keith Urban, Kenny Chesney oder Justin Moore („Hey Cowboy“, „Unconditional“, “Round the Band” oder “Brighter Days”), etwas countrylastiger mit Banjo und Steel Guitar (“Back where you belong”) oder auch mal balladesk (“Walking away”, “Don’t Fool me”). Die Corrs schauen auch mal kurz vorbei mit dem mit Fiddle usw. leicht irisch angehauchtem „Brighter Days“, während das sehr modern tönende „Beautifully Burning“ auch auf einem Thomas Rhett Album locker bestehen würde, wenn es von einem Mann gesungen wird. Das alles wird hammermäßig vorgetragen mit einer glockenklaren Stimme, die sich wie eine Mischung aus der jüngeren Jewel (im Zeitraum von 1998-2003, also der Alben Spirit, This way und 0304), LeAnn Rimes oder Taylor Swift anhört. Und in die Richtung kann man auch die Musik generell verorten. Am Besten kommt das alles dann rüber, wenn man im offenen Cabrio auf dem Highway (oder optional der Autobahn) bei Sonnenschein dahin cruised. Mein Highlight auf dem fast durchgehend tollen Album ist der erwähnte letzte (und mit fast sechs Minuten längste) Song „Don’t fool me“, der zwar relativ balladesk daherkommt, allerdings tolle Hammondorgelsounds, Fiddle und zwei richtige schöne fette Gitarrensoli zu bieten hat. Nicht überzeugen konnte mich eigentlich nur die Coverversion von „We’ve got tonight“. Ist mir zu Beginn viel zu modern und auch wenn Co-Sänger Tommy Reeve eine richtig gute Stimme hat, packt mich das vom Feeling her nicht. Da bevorzuge ich dann doch das Originalduett mit Kenny Rogers und Sheena Easton. Sei es drum. Wer auf die erwähnten Sängerinnen steht, sollte sich das neue Album zulegen. Wer auf richtig gute Pop/Rock Musik steht auch. Mir hat es gefallen und ich zücke verdiente fünfeinhalb Punkte. Einen ersten Höreindruck kann man sich bei Youtube verschaffen, wo es zwei Videos gibt zu „We’ve got tonight“ und „Walkin‘ away“. (Stall Records) HJH

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