War of the Worlds /Pt.1

on Sunday, 22 July 2018. Posted in CD

Michael Romeo

War of the Worlds /Pt.1

Er ist der Gitarrist der Prog-Metaller von Symphony X. Von denen haben die Fans in den letzten Jahren nichts gehört, das letzte Album „Underworld“ datiert auf 2015, und fast ebenso lange ist es her, dass die US-Boys zuletzt live zu erleben waren. Doch Symphony X-Gitarrist Michael Romeo ist unterdessen nicht untätig gewesen, er hat sich eine stark besetzte Studioband zusammengestellt und mit der sein erstes amtliches Soloalbum eingespielt, das am 27. Juli als CD, digital, sowie als Doppel-LP in schwerem 180-Gramm-Vinyl mit beigelegtem Download-Code erscheint. Zu hören sind hier sind neben Romeo selbst Sänger Rick Castellano, Bassist John „JD” DeServio (Black Label Society) sowie John Macaluso (Yngwie Malmsteen, James LaBrie, Ark) am Schlagzeug. Aufgenommen und produziert hat Romeo das Album – wie bisher auch sämtliche Symphony X-Scheiben – während der letzten anderthalb Jahre in seinem Heimstudio in New Jersey im Alleingang. Die zehn darauf enthaltenen Stücke brillieren über weite Strecken mit wohlbekannten Symphony X-Trademarks, darüber hinaus warten sie jedoch auch mit der einen oder anderen gehörigen Überraschung auf. Romeo erklärt dazu: „Ich habe hier so ziemlich alles, was mich an Musik begeistert, in einen Topf geworfen.“ Und weiter: „Wenn sich jemand fragt, was dabei wohl in meinem Kopf vorgegangen sein mag, antworte ich: ‚Kreativ bin ich gewesen, und dabei hatte ich eine richtig gute Zeit.“ Kenner wissen Bescheid: Natürlich ruft der Album Titel auf Anhieb Assoziationen zu Jeff Waynes gleichamiger Vertonung von H.G. Wells' Roman „Krieg der Welten” hervor – einem in Allstar-Besetzung eingespielten Konzeptalbum, das vor genau 40 Jahren hohe Wellen schlug. Romeos Platte beginnt bomastisch, sie hebt mit einer unheilschwangeren, düsteren „Introduction“ an, die auf alles Folgende einstimmt. „Fear the Unknown” und „Black” weisen noch klassische Metal-Texturen auf, gleich danach macht Romeo schon einen kräftigen Schlenker: „F*cking Robots” wirkt mit seinen digitalen Soundscapes, scheinbar von DJs gemachten Sratches und im wahrsten Sinne des Wortes brutalen Gitarrenriffs verstörend und überwältigend. „Djinn“ ist enorm wuchtiger Progmetal reinsten Wassers, „Believe“ bietet eine balldeske Verschnaufpause. Mit „Differences“ für Frickelfreunde zeigt Romeo, dass er hinsichtlich des Solierens in Hochgeschwindigkeit nichts verlernt hat. Das anschließende „War Machines“ birgt dann tatsächlich teils deutliche Reminiszenzen an Jeff Waynes „War of the Worlds“. Nach dem doomigen Progmetaller „Oblivion“ beschließt das wiederum symphonisch gehaltene „Constellations“ dann ein Album, das den Hörer atemlos sowie ganz und gar geplättet zurücklässt. Eine weitere gute Nachricht folgt auf dem Fuße, Michael Romeo verspricht ein Sequel: „War of the Worlds / Pt. 2“ hat er demnach bereits weitgehend im Kasten, es fehlen noch das Feintuning und ein Veröffentlichungstermin. Was diesen anbelangt, hält der Meister sich indes noch bedeckt. „Sollen die Leute doch erstmal Teil 1 verdauen“, meint er mit einem Augenzwinkern. Und da braucht er keine Bedenken haben, dieser Sound bereitet den Fans garantiert keine Verdauungsprobleme, macht eher hungrig auf mehr. (Mascot/Music Theories Recordings) P.Ro

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