Wide awake

on Monday, 08 October 2018. Posted in CD

Johnny Firebird

Wide awake

2010 gegründet und aus verschiedenen anderen Bands wie Use to Abuse, Holly Kings und Randy Old Devils entstanden, liefert der im Punk verwurzelte Regensburger Fünfer mit „Wide awake“ diesen Herbst sein viertes Album ab. Eingespielt wurden die zwölf neuen Stücke bei Florian Speth in dessen Single-Coil Studios sowie in den Noizebräu-Studios des Rhythmus-Gitarristen Jürgen Streu, gemischt wurde bei Oakfield Mastering von Arne Ziemann. Also eine echte regionale Produktion. Der Großteil der Songs wurde diesmal vom Sänger Schtifn, aka Stefan Mateijka, geliefert, ist dadurch „etwas stringenter und mehr aus einem Guss“, wie Drummer H1 meint. Trotzdem bleiben sie sich musikalisch weiterhin treu - beeinflusst von Genregrößen wie The Clash, Rancid und den Beatsteaks, den Dead Boys oder Hardcore Superstars, beackern die fünf Regensburger ohne Scheuklappen Punk und klassischen Rock der 70ies, ohne in allzu bekannten Klischees zu verfallen, um dem vermeintlich verstaubten Genre neuen Spirit einzuhauchen. Deshalb dürften Punks und Rocker auch beim Hören des vierten Longplayers gleichermaßen ins Antlitz der Erleuchtung blicken: Dreckige AC/DC-Riffs werden von verträumten Bowie-Anleihen und schmierigen Sleazeparts abgelöst, klassische Streetpunknummern treffen authentisch auf unkitschiges Balladenwerk. Allerdings sind die stark in der Minderzahl, da wird von Anfang losgebrettert, schnell und direkt, wie’s gleich der Opener „Reject and Deny“ eindrucksvoll aufzeigt. Einzig bei „Would you say“wird das Tempo wirklich etwas zurück genommen. Zum Reinhören auch zu empfehlen „Monkey Business“, „Fake News“ oder „Sick and Tired“. Man merkt an den Texten auch, dass die Jungs wütend sind, über das, was so in der Republik passiert, sehen sich deshalb auf ihrem neuen Longplayer „Wide Awake“ mehr denn je verpflichtet, nicht nur ihren gewachsenen Sound, sondern vor allem ihre liberale Botschaft in jedes erreichbare Ohr zu pusten. Überall scheint sich die Welt auf einmal komplett in die falsche Richtung zu drehen. Am 19. Oktober erscheint das neue Werk und beim Release-Konzert am 10. November im Tiki Beat werden sie ihre „Mucke zum Abgehen mit viel lockerem Partyflair“ garantiert auch mit entsprechenden Statements versehen. (ghosttownnoize) no.men

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