Your nightmare calls

on Thursday, 16 July 2020. Posted in CD

Malleus

Your nightmare calls

Die mir bis dato unbekannte britische Band Malleus veröffentlichte kürzlich ihr erstes Album „Your Nightmare calls“, schlappe 40 Jahre nach ihrer Gründung. Der bekannteste Mann dürfte Bandgründer Andre Coulton sein, der bis 1980 Bassist der Kultband Witchfynde war. Ich muss gestehen, ich kannte ihn nicht. Geboten wird hier extrem basisch produzierter Doom Metal mit einigen Einflüssen aus der Kauzmetalecke á la Cirith Ungol oder frühe Manilla Road. Pate für die extrem langsamen Schleicher haben sicher u.a. auch Black Sabbath gestanden, wobei mir die Chose hier dann doch etwas zu langweilig daherkommt. Der Sänger selber ist dann eher von der krächzig, leiernden Sorte mit recht eingeschränkter Wandlungsfähigkeit. Gleiches gilt dann auch für den Gitarristen (so man ihn denn mal vernimmt), der sich eher mit drei Akkorden durch die einzelnen Songs recht gleichförmig schrubbt, während das Schlagzeug im dumpfen Sound eher vor sich hin pröttelt. Freunde des audiophilen Klangs rennen hier schon mal schreiend weg. Leider bewegen sich auch die Songs in einem extrem gleichförmigen Tempo vor sich hin, ohne in sich mal schneller oder abwechslungsreicher zu werden. In Verbindung dann mit dem - für mich zumindest – schrägen Gesang ist das sehr schwer an- bzw. durchzuhören, obwohl ich z. B. ein riesen Fan von Manilla Road bin. In einer Kritik ist zu lesen ‚stoisch‘. Des passt gut. Der herausragende Song für mich ist gleichzeitig auch der längste auf dem Album „Dark Dreams“. Eine  richtig klasse Verbeugung vor Black Sabbath in seiner doomig/schleifenden Art. Das man es auch schneller kann, zeigt dann der Abschluss-Song „Hit this town tonight“, der schön ins Ohr geht. Was mich irgendwie erstaunt hat ist die Tatsache, dass sich die vier Demosongs von 1984 fast besser anhören als die Fassungen auf der regulären CD. Zudem steht hier der Bass als „Leadgitarre“ im Vordergrund mit seiner etwas verzerrten Art, während die richtige Gitarre nur als Melodieführung fungiert. Interessierte sollten sich das Album vor dem Kauf aber lieber erst mal auf der Bandcamp-Seite der Band anhören, wo es abzüglich der Demos komplett zu finden ist.  Wer mit den genannten Band plus St. Vitus, Pentagram (Bobby Liebling) usw. was anfangen kann und kein Problem mit der echt undergroundigen Produktion, die noch dumpfer als die alten Manilla Road (und das will was heißen) sind, liegt hier richtig und darf gerne noch den einen oder anderen Punkt hinzu addieren. Ist eher ein ‚love it or hate it‘-Album. Einen Mittelweg gibt es nicht! Ich gebe mal 3,5 Punkte her und denke nicht, dass es bei mir nochmal laufen wird. (Golden Core) HJH

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