Die Känguru-Chroniken

on Thursday, 27 August 2020. Posted in Video

Regie: Dani Levy

Die Känguru-Chroniken

Das hat ja lange gedauert bis es das Känguru endlich ins Kino geschafft hat. Dabei zitieren Studenten-WGs schon seit zehn Jahren ausschließlich die Känguru-Tetralogie und die vier Hörbücher sind mindestens seit 1956 auf Platz 1 der Spiegel-Bestseller-Liste. Känguru-Schöpfer Marc-Uwe Kling ist Autor, Poetryslammer und Liedermacher. Ersteres ist wenig überraschend, sind doch viele Leute die Bücher schreiben Autoren. Quasi alle, könnte man sagen. Die Geschichten über Marc-Uwes literarisches Alter Ego und das Beuteltier hüpften2008 unter dem Titel „Neues vom Känguru“ von der Bühne ins Radio. 2009 erschien das Buch „Die Känguru-Chroniken: Ansichten eines vorlauten Beuteltiers“ im Berliner Ullstein Verlag. Es folgten „Das Känguru-Manifest“ und „Die Känguru-Offenbarung“. Das Känguru wurde mit dem Deutschen Radiopreis und dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet und hat inzwischen mehr Goldene Schallplatten als ABBA. Na ja, vielleicht auch nicht. Aber schon ziemlich viele. Im Oktober 2018 erschien der vierte Band „Die Känguru-Apokryphen“. Als Buch und als Hörbuch sind Marc-Uwe Klings Geschichten um ihn selbst und seinen besten — nun ja — ‚Freund’, das kommunistische Känguru, längst ein Bestseller. Und jetzt gibt’s das also als Film! Regisseur Dani Levy drehte diese satirisch-schräge Komödie nach Motiven der Bücher von Marc-Uwe Kling, der das Drehbuch schrieb, damit das kommunistische Känguru im Film nicht plötzlich zum gemäßigt sozialdemokratischen Koala mutiert. Für eine beachtliche Gage spielt sich das Känguru selbst (Voice Coach: Marc-Uwe Kling, Stuntman: Volker Zack) und für eine massiv kleinere Gage spielt Dimitrij Schaad (guter Typ, kennen hauptsächlich Theater-Freaks) Marc-Uwe. Im März dieses Jahres war es endlich so weit. Der Film kam ins Kino und in der ersten Woche sahen etwa 500.000 Zuschauer diese Komödie. Doch dann kam Corona und die Kinos machten dicht. Die Filmemacher entschieden die Känguru-Chroniken ab April) auf allen bekannten Video-on-Demand-Plattformen wie iTunes zu veröffentlichen. Inzwischen läuft der Film wieder im Kino und kommt im August jetzt auch für’s Heimkino heraus. Kurz zur Story - Marc-Uwe, ein unterambitionierter Kleinkünstler mit Migräne-Hintergrund, lebt mit einem Känguru zusammen. Doch die ganz normale Kreuzberger WG ist in Gefahr: Ein rechtspopulistischer Immobilienhai bedroht mit einem gigantischen Bauprojekt die Idylle des Kiezes. Das findet das Känguru gar nicht gut. Ach ja! Es ist nämlich Kommunist –das hatte ich vergessen zu erzählen. Jedenfalls entwickelt es einen genialen Plan. Und dann noch einen, weil Marc-Uwe den ersten nicht verstanden hat. Und noch einen dritten, weil der zweite nicht funktioniert hat. Schließlich gipfelt das Ganze in einem großen Anti-Terror-Anschlag und ... äh... weiß auch nicht mehr so genau. Die Verfilmung, die sich einige Freiheiten gegenüber der Vorlage herausnimmt, ist aber leider viel zahmer geraten, aber trotzdem ist dieser Film ziemlich witzig. Ab dem 20. August ist die Erfolgskomödie endlich auch als DVD und Blu-ray erhältlich! Und dies mit jeder Menge Extras – darunter ein filmbegleitender Audiokommentar vom Känguru und Hauptdarsteller Dimitrij Schaad, eine Einstellung in 3D, zwei extra Clips: „Frühsport mit Helge“ und „Bombiges Marketing“, Folge 837 von „Let’s Play: Snake“, einem Making of, einem Interview mit Regisseur Dani Levy und einem Interview mit Marc-Uwe Kling, der vom Känguru höchstpersönlich befragt wird.